Ab heute wieder arbeitslos

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Ferienbeginn =  Lehrer wieder arbeitslos

Matthias M. (Name der Redaktion bekannt) ist mal wieder fassungslos: „seit einigen Jahren unterrichte ich nun als Vertretungs –  Lehrer in Baden-Württemberg und werde regelmäßig zu Beginn der Sommerferien entlassen“. Ein unhaltbarer Zustand wie Herr M. zu Recht findet.
Mit Beginn der Sommerferien werden also nicht nur etwa 1,6 Millionen Schüler in die Ferien entlassen, sondern etwa 10.000 Lehrer in die Arbeitslosigkeit geschickt!
Diese hohe Zahl setzt sich zusammen aus ca. 7000 Referendaren und 3000 befristet angestellten Lehrkräften welche für Krankheitsvertretung eingesetzt werden.
Und dies betrifft nur das Bundesland Baden-Württemberg, in anderen Bundesländern ist die Situation oft nicht besser. Man muss sich einfach die Frage stellen welcher Arbeitgeber (in diesem Falle Dienstherr) seine gut ausgebildeten Mitarbeiter regelmäßig in die Arbeitslosigkeit entlässt?
So wie hier die Landesregierungen seit einigen Jahrzehnten vorgehen würde kein guter Arbeitgeber mit seinen Fachkräften umgehen. Er müsste ja, verständlicherweise, Angst haben dass die Fachkräfte abwandern. Aber hier stellt sich die Frage offensichtlich nicht, denn wo sollen sie denn hin?
In anderen Bundesländern sei es ja nicht besser so Herr M..
Die GEW spricht sich schon seit längerem dafür aus das die Vertretungsreserven in vielen Bundesländern aus festen Stellen aufzubauen  und zumindest auch die Sommerferien zu entlohnen.
Denn letztlich ist doch klar dass eben diese entlassenen Fachkräfte bereits ab September wieder benötigt werden da die Zahl der Festanstellungen in keinem Form steigt und auch die Krankheitsvertretungen weiterhin dringend gebraucht werden, da nur so der Unterricht im Ländle aufrecht zu erhalten ist.
Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW), Herr Doro Moritz, sagte am Mittwoch in Stuttgart: „wir erwarten, dass diese Praxis nach der Landtagswahl 2016 gestoppt wird“.
Ob diese Aussage eine Prophezeiung oder ein hehrer Wunsch ist bleibt abzuwarten.
In jedem Fall wäre eine Änderung der Situation, nicht nur in Baden-Württemberg, wünschenswert. Dennoch wünschen wir allen Betroffenen schöne Ferien in der Hoffnung dass sie diese trotz allem Unmut zur Entspannung nutzen können.