Aktuelle Nachrichten 01. – 15. Dezember

presseschau-aktuelle-nachrichten-lehrer

Schule, Bildung, Referendariat

In unserer Serie „Aktuelle Nachrichten – News für Lehrer und Referendare“ fassen wir für Sie alle zwei Wochen die interessantesten Neuigkeiten aus dem Netz zusammen.

Ihnen fehlt ein Artikel? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an: christian@info-beihilfe.de

Stress vor Kindern besser zulassen

Negative Gefühle, wie Stress und Frust, sollten nicht vor dem eigenen Nachwuchs verheimlicht werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of California, wie Spektrum berichtet. Untersucht wurden dafür mehr als 100 Eltern mit ihren Kindern im Alter von sieben bis elf Jahren. Dabei wurden die erwachsenen Testpersonen bewusst Stress ausgesetzt. Die eine Hälfte der Probanden wurde angeleitet, offen mit ihrem daraus resultierenden Gemütszustand umzugehen. Die Anderen dagegen sollten ihre Stimmung bewusst verbergen. Im Ergebnis reagierte die Gruppe mit den verheimlichten Gefühlen weit weniger interessiert und herzlich. Auch deren Kinder kamen dadurch – wenig überraschend – in eine deutlich schlechtere Gemütslage. Die Verfasser der Studie kamen deshalb zu dem Schluss, dass Kinder normales Verhalten ihrer Eltern nach negativen Ereignissen als verwirrend empfinden. Es sei deshalb besser, offen mit den eigenen Emotionen umzugehen und Stress damit auch vor den Kindern zuzulassen.

Sachsen zieht Bilanz zu Quereinsteigern

Bereits in den letzten Monaten machte der Freistaat durch ein verstärktes Werben um neue Lehrkräfte vielfach Schlagzeilen. Über die Auswirkungen berichtet nun der MDR: Über 1.500 Lehramtsanwärter und mehr als doppelt so viele Seiteneinsteiger seien aktuell an Sachsens Schulen tätig. Bereits Anfang 2019 käme ein neuer, großer Schwung an Bewerbern in den Vorbereitungsdienst. Mentoren, die für die Betreuung des Lehrernachwuchses zuständig seien, kämen damit oftmals an ihre persönlichen Grenzen. Als Folge fordern einige Schulleiter in Sachsen eine größere Anzahl an Abminderungsstunden für die begleitenden Mentoren. Der Mehraufwand für die Betreuung von Seiteneinsteigern sei vielfach anders überhaupt nicht zu leisten. Außerdem sei eine Überprüfung der Qualität der von Quereinsteigern gegebenen Stunden ohne Entlastung nicht zu gewährleisten.

Löwe überzeugt als Lehrer

Frank Thelen, vielen als knallharter Investor aus der VOX-Show „Die Höhle Löwen“ bekannt, war Lehrer. Zumindest für eine Doppelstunde. Im Rahmen der Sendung „Der Vertretungslehrer“ besuchte Thelen ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, so T-Online. Im eigenen Leben höchst erfolgreich, versuchte er dieses Mal die Visionen der Schüler, für deren eigene Zukunft, zu ergründen. Eine, zugegebenermaßen, ungewöhnliche Konstellation, die aber offenbar begeisterte: In den sozialen Medien lobten die Zuschauer die inspirierende Art des erfolgsverwöhnten Geldgebers. Nicht wenige Zuseher hätten sich für sich oder die eigenen Kinder ähnlich gestalteten Unterricht gewünscht. Eine Englischlehrerin bat Thelen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gar darum, seine Methoden im eigenen Unterricht einsetzen zu dürfen – was der Hilfslehrer spontan und gerne bejahte.

Die Schule am Laufen halten – trotz Lehrermangel

Wie ist es, in Zeiten des Lehrermangels eine Schule zu leiten? Der Deutschlandfunk geht der Sache auf den Grund und begleitet den Schulalltag der Rektorin einer Grundschule in Bochum. Während an dieser Bildungseinrichtung wenigstens die regulären Grundschullehrerstellen besetzt seien, hätten andere Schulen in der Region weit weniger Glück. Zu spüren bekäme der Mangel an Lehrkräften besonders die sonderpädagogische Förderung. Der Lehrermangel mache außerdem vielfach Improvisation und Engagement von außerhalb notwendig. Viele Aufgaben der Schule, wie die Zubereitung von Obst oder das Üben von Lesen und Schreiben, wäre in Bochum bereits von engagierte Eltern übernommen worden. Dem Autor gelingt ein rundes Bild über die Nöte der heutigen Schullandschaft. Zusätzlich zum Artikel gibt es, wie üblich beim Deutschlandfunk, eine begleitende Audio-Datei zum Nachhören.

Schulschwestern bald bundesweit?

Die Oberhessische Presse berichtet von einem Pilotprojekt an Schulen in Frankfurt am Main und Umgebung, das künftig bundesweit umgesetzt werden solle. Dafür wurden erfahrene Krankenschwestern direkt an den Schulen eingesetzt, um dort hinsichtlich Bewegung, Ernährung und Konsumverhalten zu informieren und zu beraten. Das Projekt wäre so gut angekommen, dass es nun möglichst fortgeführt werden solle. Profitieren könnten vor allem Lehrer, die sich damit von fachfremden Aufgaben entlastet sähen. Außerdem könnten damit Fehlzeiten chronisch kranker Kinder deutlich reduziert werden. Ein Vertreter der Krankenkasse AOK Hessen sieht vor allem die Förderung der Gesundheitskompetenz der Schüler im Mittelpunkt. An Schulen gäbe es grundsätzlich einen hohen Bedarf an Prävention und Gesundheitsförderung.

Bildungsausgaben steigen weiter

Die Ausgaben für Kitas, Schulen und Unis sind um knapp 4 Prozent gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. Der Gesamtbetrag, des Bundes, der Länder und der Gemeinden sei damit im Jahr 1017 auf über 133 Milliarden Euro angewachsen, so Spiegel Online. Der Großteil der Bildungsausgaben flösse demnach in Schulen (66,1 Milliarden), gefolgt von Ausgaben für Hochschulen (30,5 Milliarden Euro) und Kindertageseinrichtungen (26,6 Millionen Euro). Im internationalen Vergleich läge Deutschland damit leicht über dem Schnitt der OECD-Länder. Die Aufwendungen für Kindertageseinrichtungen seien in der Bundesrepublik höher als in Vergleichsländern. Andererseits seien Ausgaben für Studierende in Deutschland geringer als andernorts.