Aktuelle Nachrichten 01. – 15. November 2018

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Schule, Bildung, Referendariat

In unserer Serie „Aktuelle Nachrichten – News für Lehrer und Referendare“ fassen wir für Sie alle zwei Wochen die interessantesten Neuigkeiten aus dem Netz zusammen.

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Hamburgs neue Unterrichtsfächer

Die Süddeutsche Zeitung wirft einen Blick nach Hamburg. Zur beruflichen Orientierung der Schüler wurde dort an einer Stadtteilschule ein ganzes Bündel an Maßnahmen angeboten – darunter Praktika, Kontaktbörsen und Beratungsangebote. Die Schulbehörde zeigte sich davon derart imponiert, dass daraus ein eigenes Unterrichtsfach „Studien- und Berufsorientierung“ wurde. Die Süddeutsche Zeitung porträtiert nun in ihrem Artikel den maßgeblich an der Einführung des Schulfachs beteiligten Lehrer der Schule. Des Weiteren kommt Hamburgs Schulsenator Rabe zu Wort, der sich bereits in der Vergangenheit offen für Neuerungen und Veränderungen im Schulbetrieb zeigte. So wird an Gymnasien der Hansestadt seit einigen Jahren, neben Musik und Kunst, nun auch Theater gelehrt.

Bildungsforscher sieht Inklusion als nicht verhandelbar

Anlässlich des im Spätsommer erschienen Buchs „Alle lernen gemeinsam“, widmet sich die Frankfurter Neue Presse dem Autor und Bildungsforscher Frank Borsch. Borsch beschäftigt die Frage, wie guter inklusiver Unterricht aussehen soll. Er kritisiert dabei die aktuelle Situation aus inklusivem Unterricht auf der einen, und einem Förderschulsystem auf der anderen Seite. Wissenschaftliche Erkenntnisse sollten endlich zur Kenntnis genommen und Inklusion mehr gefördert werden. Behinderte und nichtbehinderte Kinder würden davon gleichermaßen profitieren. Borsch sieht die schulische Inklusion als nicht verhandelbar, deren Umsetzung jedoch noch als langen Weg.

Umfrage bestätigt: Schulen sollen Werte vermitteln

Spiegel Online berichtet von einer vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Auftrag gegebenen Studie zum Thema Wertevermittlung. Dabei wurden 1.111 Eltern schulpflichtiger Kinder, sowie 1.185 Lehrer an allgemeinbildenden Schulen befragt. Der Fokus der Befragung lag auf der Frage, welche Werte und Fähigkeiten in den Schulen vermittelt werden sollen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Neben sozialen Kompetenzen wie eigenverantwortlichem Handeln und der Förderung selbständigen Lernens, sollten den Schülern der Umfrage nach auch Tugenden wie Toleranz, Gleichberechtigung und Vorbereitung auf das Leben eingeübt werden. Der VBE fordert nun, dass diese Bildungs- und Erziehungsziele nun auch Teil des Lehrplans werden sollten. Notwendige Ressourcen dafür müsse die Politik schaffen.

Lehrer in Sachsen-Anhalt können sich Überstunden auszahlen lassen

Die Möglichkeit, Überstunden auszahlen zu lassen gibt es nicht bei Lehrern? Gibt es doch! Zumindest in Sachsen-Anhalt, wenn der dortige Landtag dem Vorschlag des Finanzausschusses zustimmt, wie der MDR berichtet. Um den Lehrern die Wahl zwischen Freizeit-/ oder Geldausgleich zu lassen, musste das Landesbeamtengesetz geändert werden. Außerdem solle die Vergütung für Überstunden angehoben werden. Bei den Maßnahmen handele es sich um weitere Versuche, dem Lehrermangel im Land entgegenzuwirken. Die Zustimmung im Landtag gilt aufgrund der Sitzverteilung als reine Formsache.

Wie sich das Unterrichten an einer Gemeinschaftsschule anfühlt

ZEIT Online lässt Ryan Plocher, Lehrer eines der ältesten staatlichen Gemeinschaftsschulen, in Berlin-Neukölln, ausführlich zu Wort kommen. Und der hat einiges zu berichten: So unterrichtet er Schüler unterschiedlichster sozialer und ethnischer Herkunft, außerdem sei das Bildungsniveau sehr unterschiedlich. Ein Teil der Schüler seiner Klassen hätten Förderstatus, während andere Abitur machen möchte. Wieder andere seiner Schützlinge werden auf Haupt- oder Realschulniveau unterrichtet. Wichtig sei ihm, mit den Schülern zusammenzuarbeiten und den Unterricht mit Ritualen einen Rahmen zu geben. Bei der Unterrichtsgestaltung wählt er oft den Einstieg über Bilder. In weiteren Episoden berichtet der Lehrer, dass der Schulalltag dabei nicht immer reibungsfrei verläuft. Trotz seiner „Ich-Form“ gelingt ZEIT Online mit dem Protokoll ein sachlicher und kritischer Blick auf das Thema Gesamtschule.

Glücksforschung hält in Schulen Einzug

Was verbindet das Thema Glück mit dem Thema Schule? Dieser Frage versucht die Heibronner Stimme nachzugehen. Interviewpartnerin der Zeitung ist Professorin Ulrike Graf, die das Institut für Erziehungswissenschaft an der Hochschule Heidelberg leitet. Schulen könnten einen maßgeblichen Teil zur Lebenszufriedenheit beitragen. Der Umgang mit Erfolg und Misserfolg solle erlernt werden. Zum persönlichen Glück gehöre auch, Arbeit zu haben und abgesichert zu sein. Kindern sollten Perspektiven eröffnet werden, was und wofür sie lernen. Außerdem sollten sie Verantwortung übernehmen und sich beteiligen – was bereits die Zufriedenheit erhöhe. Frau Graf berichtet, dass das Thema Glücksforschung Beachtung findet, seit die Geschichte eines Landes überliefert wurde, das als Kennziffer des Erfolgs das Bruttoinlandsprodukt vernachlässigte und stattdessen fortan das ‚Bruttoinlandsglück‘ als maßgebliche Vergleichszahl einführte.