Aktuelle Nachrichten 01. – 15. September 2018

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Presseschau 01. – 15. September 2018

Schule, Bildung, Referendariat

In unserer Serie „Aktuelle Nachrichten – News für Lehrer und Referendare“ fassen wir für Sie alle zwei Wochen die interessantesten Neuigkeiten aus dem Netz zusammen.

Ihnen fehlt ein Artikel? Schreiben Sie uns gerne einem E-Mail an: christian@info-beihilfe.de

 

Teamwork unter Lehrern nicht mehr so wichtig?

Die Berliner Morgenpost berichtet von einer repräsentativen Umfrage zum Thema Zusammenarbeit unter Lehrern, die unter 1.000 Lehrkräften durchgeführt wurde. Konkret wurde untersucht, wie wichtig Lehrern die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen erscheint und ob an der jeweiligen Schule die passenden Voraussetzungen gegeben sind. Die Forscher konnten belegen, dass ganze 40 Prozent der Befragten lieber nicht mit Kollegen zusammenarbeiten möchten. Die Befragten gaben an, dass die insbesondere die Ausgestaltung der Stundenpläne schuld an fehlender Kooperation sei. Ein weiteres Ergebnis mag ebenfalls überraschen: Fast neun von zehn Lehrern unterrichten gerne oder sogar sehr gerne – die Begeisterung für den eigenen Beruf ist bei Gymnasiallehrern am höchsten. Der Artikel gestattet tiefe Einblicke in die Ergebnisse der Studie, die der Berliner Morgenpost exklusiv vorliegen.

Träumen von der perfekten Schule

Wie müssten die Rahmenbedingungen sein, um perfekte Bedingungen für Bildung und Lernen zu schaffen? Darüber streiten sich Experten seit Jahren und überbieten sich dabei mit abenteuerlichen, teils widersprüchlichen Konzepten. Die Süddeutsche Zeitung wagt einen Blick darüber hinaus. In einem ausführlichen Meinungsartikel lässt sie auch die Gruppe zu Wort kommen, deren Meinung in Diskussionen oft zu zu wenig Gehör findet: Schüler der dritten und vierten Klasse. Die Antworten wurden nicht auf Machbarkeit hin überprüft, sondern sollen bewusst kindliche Utopien des Schulalltags aufzeigen. Weiterhin kommen Pädagogen und Philosophen zu Wort, deren Wünsche zum Nachdenken anregen.

Wenn Lärm den Unterricht stört

Wie steht es um die Lärmbelastung bei Pädagogen und was sind die Ursachen für einen hohen Lärmpegel? Dieser und weiterer Fragen widmet sich Peter Struck, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg, in einem Gastartikel für die Frankfurter Rundschau. Eine darin zitierte Studie unterstreicht die Wichtigkeit des Themas. So sollen mehr als 80 Prozent unter einer erhöhten Lärmbelastung im Unterricht leiden. Die falsche Schlussfolgerung, dass Schüler am erhöhten Lärmpegel schuld seien, entkräftet der Wissenschaftler. Vielmehr seien Räume und Ausstattung des Unterrichts verantwortlich für hohe Lärmemissionen. Die Lehrer seien gezwungen gegenzusteuern: So könnte mit Maßnahmen, wie dem Auslegen von Teppichen oder dem Aufstellen von Sofas, bessere Bedingungen geschaffen werden – wenn deren Einsatz auch oft verboten sei. Ein launiger Blick auf das Thema Lärmbelastung.

Als Quereinsteiger in Berliner Schule

Wie sich Quereinsteiger im Schulalltag schlagen, versucht Deutschlandfunk Kultur herauszufinden. Dazu wurden einige Seiteneinsteiger während eines Schultags an einer Berliner Gemeinschaftsschule begleitet. In Berlin sind bereits knapp zwei Drittel der Neueinstellungen keine ausgebildeten Pädagogen, sondern Quereinsteiger. Die Erfahrungen sind bei Schülern wie Lehrern erwartungsgemäß gemischt. Während einige die Motivation und Herangehensweise ihrer neuen Kollegen loben, überwiegt anderorts die fehlende pädagogische Ausbildung. Die Erfahrungen der Quereinsteiger können auf den Seiten des Deutschlandfunks gehört (Dauer: 12 Minuten) oder nachgelesen werden. Dort ist außerdem ein Interview zum Thema, mit dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, zu hören.

In Sachsen entscheidet Punktesystem über Seiteneinsteiger

Interessanten Fragen zum Thema Quereinsteiger ist der MDR auf der Spur. Ein Hörer wollte wissen, wer über die Einstellung von Quereinsteigern entscheidet und was die Voraussetzungen sind, um Schüler zu unterrichten. Während die Frage nach den Verantwortlichen für Sachsen schnell beantwortet ist – verantwortlich ist dort das Landesamt für Schule und Bildung – zeigt sich bei den Voraussetzungen ein komplexeres Bild: Die Studienabschlüsse der Bewerber werden mit den der Lehrerausbildung verglichen. Überhaupt eine Chance haben nur Master. Gewertet werden die Kenntnisse mit einem komplexen Punktesystem, dass die Anforderungen vergleichbar machen soll. So könne zum Beispiel ein Chemiker (trotz Studiums mehrerer Semester höhere Mathematik) keine Mathematik unterrichten, da ihm elementarer Unterrichtsstoff des Fachs, wie Geometrie, aufgrund seiner Studienrichtung schlicht fehle.

OECD-Bildungsstudie: Lob für Deutschlands Bildung – mit einer Außnahme

T-Online wertet die Ergebnisse der aktuellen Bildungsstudie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) aus. Dabei gibt es von gleich mehreren positiven Entwicklungen zu berichten. So stieg der Anteil an Kindern, die frühkindliche Bildungseinrichtungen besuchten, in den vergangenen elf Jahren um ganze 20 Prozentpunkte. Außerdem sank der Anteil der Erwachsenen ohne Gymnasial- oder vergleichbaren Abschluss leicht auf 13 Prozent. Jugendliche mit Berufsausbildung oder Universitätsabschluss haben heute gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, was sich in der hohen Beschäftigungsquote (binnen zehn Jahren) von 83 Prozent ausdrückt. Sorgen macht den Bildungsforschern allerdings die Tatsache, dass Kindern aus ungünstigen sozialen Schichten die frühkindliche Bildung fehle. Folge davon wäre ein weiteres spreizen der sozialen Schere.

Was wird aus dem Digitalpakt für die Schulen?

Über Zweifel über die Umsetzbarkeit des lange geplanten Digitalpakts für Schulen berichtet der Berliner Tagesspiegel. Mit dieser Fördermaßnahme sollen ab 2019 Schülern digitale Kompetenz und verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Medien vermittelt werden. Dafür stehen insgesamt 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Während Bildungsministerin Karliczek bei jeder Gelegenheit den pünktlichen Start der Förderung verspricht, sind Vertreter der Länder skeptischer. Neben vieler technischen Fragen, besteht die Sorge, dass die Vergabe der Mittel zu kompliziert gestaltet und überreguliert wird. Experten treibt zudem die Frage um, wie sowohl technisch bereits weiter entwickelte Schulen, als auch Schulen die als digitale Neulinge gelten, gleichsam vom Digitalpakt profitieren könnten. Weitere Informationen zum Digitalpakt sind auch auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung abrufbar.