Aktuelle Nachrichten 16. – 31. August 2018

nachrichten lehrer und referendare

Presseschau 16. – 31. August 2018

Schule, Bildung und Referendariat

In unserer Serie „Aktuelle Nachrichten – News für Lehrer und Referendare“ fassen wir für Sie alle zwei Wochen die interessantesten Neuigkeiten aus dem Netz zusammen.

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Lehrermangel: Lehrervertreterin befürchtet Bildungsnotstand

Der Mangel an ausgebildeten Lehrkräften bestimmt die Nachrichten auch in der zweiten Augusthälfte. In einem Interview mit dem Nachrichtensender n-tv kommt dazu die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu Wort. Sie beklagt das Fehlen von Lehrern insbesondere in Grund- und Förderschulen und rügt den Einsatz von Quereinsteigern ohne pädagogische Ausbildung. Den Seiteneinsteigern fehle es oft an didaktischen Qualifikationen, was deutlich an der Qualität des Unterrichts abzulesen sei. Durch die mangelnde Ausbildung käme es zu einer hohen Fluktuation, die die Situation zusätzlich verschärfe. In einem an die Politik gerichteten Appell fordert sie eine langfristige Personalplanung und eine Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs.

Bremsen Quereinsteiger-Lehrer die schulische Entwicklung? Nicht unbedingt

Leidet die schulische Entwicklung des eigenen Kindes, wenn es von zwei Quereinsteigern unterrichtet wird? Dieser ganz konkreten Elternfrage geht Gymnasiallehrer Michael Felten auf den Grund, veröffentlicht bei ZEIT Online in der Rubrik ‘Schulfrage’. Auch er macht, in teils deutlichen Worten, zunächst Politik und Kultusministerien für den eklatanten Lehrermangel verantwortlich. Grundsätzliche Probleme beim Einsatz von Quereinsteigern sieht er dagegen keine. Die Alternative hieße in vielen Fällen Unterrichtsausfall. Außerdem wäre auch ein voll ausgebildeter Pädagoge nicht per se ein guter Lehrer. Seiteneinsteiger seien – im Gegensatz zu gerade zu Ende studierten Pädagogen – oftmals die gereifteren Persönlichkeiten und seien häufig hochmotiviert. Ein interessante Gegenthese zu den vielen Vorurteilen, denen sich Quereinsteiger oftmals ausgesetzt sehen.

Fragen zum Schulsystem? Der Tagesspiegel hat Antworten

Anlässlich der Einschulung der Erstklässler widmet sich der Berliner Tagesspiegel einer Vielzahl von Fragen zum Schulsystem. Übergreifende Fragestellungen (‘Was brauchen die Kinder für die globalisierte Welt?’) kommen dabei ebenso zur Sprache, wie ganz konkrete Fragen aus dem Schulalltag (‘Was können Eltern zum Lernerfolg der Kinder beitragen?’ oder ‘Sollen die Kinder mit Büchern oder Tablet lesen lernen?’). Durch den Frage-und-Antwortstil gelingt es dem Tagesspiegel, auch anspruchsvolle Fragen (‘Sollten Schüler einen bestimmten Wissenskanon kennen?’) kurzweilig darzustellen und zu beantworten. Zu Wort kommen die Erziehungswissenschaftlerin Dagmar Bergs-Winkels, die deutsche Bildungsforscherin Margret Rasfeld und die Professorin für Schulpädagogik, Birgit Eickelmann.

Mathe-Abitur in Bayern anspruchsvoller als in Berlin

Mathematik ist im Freistaat wesentlich anspruchsvoller als in Berlin. Dieser These ging der 26-jähriger Mathematik-Student Severin Wenzeck nach, wie Spiegel Online berichtet. Motiviert durch die “bayerische Großkotzigkeit” untersuchte er für seine Masterarbeit 28 Mathematikaufgaben der Jahre 2011 und 2017, die in Bayern und Berlin Bestandteil der Abiturprüfungen waren. Das Ergebnis überrascht: Trotz weniger Unterrichtsstunden (Mit G8 schaffte Bayern Grund- und Leistungskurse ab) müssten bayerische Schüler mehr wissen. Während es in Berlin noch Mathematik-Leistungskurse gibt, müssen sich die Schüler dort, nach Aussage des Master-Studenten weit weniger auf die Prüfungen vorbereiten und könnten sich durchaus mit Wissenslücken durchmogeln. Bayerische Schüler dagegen müssten dagegen den kompletten Stoff von zwei Jahren präsent haben. Wenzeck plädiert deshalb für eine bessere Absprache der Bundesländer hinsichtlich der gestellten Aufgaben. Außerdem machte der auf die Wichtigkeit der Qualität der Lehrkräfte und des Unterrichts aufmerksam.

PISA, IQB, IGLU und TIMSS: Wie sinnvoll sind Bildungsstudien?

Der Deutschlandfunk wendet sich Studien zur Ermittlung der Lernkompetenzen zu und lässt dazu Pädagogen zu Wort kommen. Christiane von Schachtmeyer, Referatsleiterin am Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg, sieht vor allem den Nutzen solcher Studien. Dabei legt sie Wert auf das richtige Verständnis und Einordnung der Ergebnisse. Die richtige Interpretation steht auch im Fokus einer Hamburger Lehrerin, die ebenfalls zu Wort kommt. Dazu hole sich die Schule externe Hilfe eines Instituts für Bildungsforschung. Studien sollen vor allem schulspezifisch sein, um an den erzielten Ergebnissen auch arbeiten zu können, so eine anderer Lehrer. Ein befragter Schulleiter lobt die Nützlichkeit solcher Studien. Es helfe, vertiefende Gespräche mit Lehrkräften zu suchen – auch wenn diese zunächst in einer Verteidigungshaltung seien. Bildungsstudien wertet er als Geschenk für die Lehrerschaft.

Diskussion über sinnvolles Maß an Hausaufgaben

“20 Minuten Hausaufgaben für Grundschüler, 30 Minuten für alle anderen Schüler”. Mit diesem ungewöhnlichen Vorschlag machte Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe von sich zu reden, wie die Süddeutsche Zeitung online berichtet. Anlass war die langwährende Diskussion über das richtige Maß an Aufgaben, die zu Hause zu erledigen sind. Das immer mehr Schulen diese Aufgaben einschränken oder abschaffen, findet er dagegen falsch. Gründe für nachlassenden Eifer bei den Hausarbeiten seien unter anderem die verkürzte Dauer bis zum Abitur, was bereits für vermehrte Klagen über eine erhöhte Belastung bei den Schüler geführt hat. Als Folge führten einige Bundesländer sogenannte Hausaufgabenerlasse ein, die die Höchstzeit für Hausaufgaben regeln sollen. Über Sinn der Hausaufgaben besteht bundesweit dagegen Einigkeit: Sinnvoll gestellte Hausaufgaben und die entsprechende Nachbearbeitung hülfen immens, Erlerntes zu festigen.

Ältere Lehrer sollen in Sachsen mehr verdienen

Sachsens Bildungspolitik sorgt erneut für Aufsehen. Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag will der dortige sächsische Kultusminister Christian Piwarz die Gemüter beruhigen, wie die Freie Presse aus Chemnitz berichtet: Angestellte Lehrkräfte, die älter als 42 Jahre sind, sollen künftig in eine neue Gehaltsklasse eingeordnet werden und damit bis zu 210 Euro brutto mehr verdienen. Gegen die ursprünglich angedachte Zulage hatte die Tarifgemeinschaft der deutschen Bundesländer Einspruch eingelegt. Die Kosten für den Freistaat beliefen sich auf 30 Millionen Euro pro Jahr. Hintergrund sei die bisherige Besserstellung jüngerer Angestellte im Zuge des sogenannten sächsischen Lehrerpakets. Mit den dabei vorgesehenen Maßnahmen soll die Attraktivität des Lehrerberufs in Sachsen deutlich gesteigert werden. Als Maßnahmen sind unter anderem die garantierte Verbeamtung vorgesehen.