Aktuelle Nachrichten 16. – 31. Oktober 2018

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Presseschau 16. – 31. Oktober 2018

Schule, Bildung, Referendariat

In unserer aktuellen Serie „Aktuelle Nachrichten – News für Lehrer und Referendare“ fassen wir für Sie alle zwei Wochen die interessantesten Neuigkeiten aus dem Netz zusammen.

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Verwaltungsgericht stellt klar: Klassenfahrten für Lehrer immer kostenfrei

Spiegel Online weist auf ein wegweisendes Urteil zum Thema Klassenfahrten hin. Hintergrund war die Klage eines Realschullehrers aus Baden-Württemberg. Dieser beantragte im Jahr 2013 den Zuschuss zu einer Klassenfahrt. Bei der Beantragung sollte er angeben, ob er ganz oder zum Teil auf die Erstattung der Reisekosten verzichtet. Zu Unrecht, wie das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nun entschied. Verbeamtete Lehrkräfte müssten die Kosten nicht aus eigener Tasche zahlen. Schon die Frage nach teilweisen Verzicht der Geltendmachung der Kosten setze den Lehrer unrechtmäßig unter Druck, so das Gericht. Das Land muss die Aufwendungen des Lehrers ersetzen – und das, obwohl er vorher zustimmte, auf einen Teil davon zu verzichten.

Studieren lohnt noch immer

Immer mehr junge Menschen studieren. Als Folge werden Studienabschlüsse entwertet, so die landläufige Meinung. Ein Trugschluss, wie Soziologen der Universitäten Bamberg und Bern nun nachwiesen. Dafür haben die Forscher insgesamt 8.800 westdeutsche Bildungskarrieren untersucht, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Laut den Autoren der Studie gingen Menschen mit hohen Bildungsabschlüssen klar als Sieger der Entwicklung hervor. Ungelernte und Geringqualifizierte dagegen werden klar als Verlierer angesehen, so Rolf Becker – einer der Mitautoren der Studie. Folge seien eine schlechtere Bezahlung und geringere Chancen auf eine Anstellung. Eine Investition in Bildung sei deshalb auch weiterhin wichtig. Dies gelte insbesondere für ein hochentwickeltes Industrie- und Dienstleistungsland wie Deutschland.

OECD-Studie zu Bildungschance sendet gemischte Signale

Die Ergebnisse der jüngsten OECD-Studie sind durchwachsen, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. So wäre die Schere zwischen Kindern aus sozial schwächeren Elternhäusern und Kindern aus privilegierten Familien zwar kleiner geworden. Die Chance für benachteiligte Kinder sind aber nach wie vor schlecht. Die Studie prangert an, dass ein großer Teil der zurückgesetzten Kinder Schulen besuche, auf denen ebenfalls viele Kinder mit sozialer und ökonomischer Benachteiligung vertreten seien. Eine bessere Durchmischung würde jedoch zu deutliche besseren Leistungen der Kinder führen. Der OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher regte bei der Vorstellung der Studie außerdem mehr frühkindliche Bildung bei Familien mit ausländischen Wurzeln an. Außerdem solle der Etat für benachteiligte Schüler und Schulen deutlich erhöht werden.

Welche Auswirkungen hat das Meldeportal der AfD?

Das Meldeportal der sogenannten Alternative für Deutschland (AfD) beschäftigt die Presselandschaft auch in der zweiten Oktoberhälfte. Nachdem die Partei bereits in Hamburg und Baden-Württemberg dazu aufrief, Verstöße gegen das Neutralitätsgebot an Schulen zu melden, geht ein ähnliches Angebot nun auch in Berlin an den Start. In den vergangenen Wochen war außerdem bekannt geworden, dass es in einigen Bundesländern zu Dienstaufsichtsbeschwerden gegenüber Lehrern kam, die sich negativ über die AfD äußerten. In Aachen führte bereits die Äußerung eines Schulleiters, dass es sich bei der Fraktion im Bundestag um rechtsextreme Abgeordnete handele, zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde, so Zeit Online. Die Zeitung bittet nun um Erfahrungsberichte von Lehrern, die berichten sollen, welche konkreten Auswirkungen die Maßnahme auf den Schulalltag habe.

„Mach keine Wellen“ – Diskussion um Gewalt an Schulen erreicht Deutschland

Die Süddeutsche Zeitung widmet sich einer Debatte, die in den vergangenen Tagen in den sozialen Medien geführt wurde. Unter dem Hashtag #pasdevague (zu Deutsch: „Mach keine Wellen“) berichteten französische Pädagogen davon, wie sie während des Unterrichts provoziert, beleidigt und teilweise körperlich angegangen wurden. Ursprung war ein Vorfall an einem Pariser Gymnasium, bei dem ein Schüler seiner Lehrerin eine Softair-Pistole an den Kopf hielt und sie zwang, ihn als anwesend zu vermerken. Das Video der Auseinandersetzung wurde danach im Internet verbreitet. Erst einen Tag darauf entschied sich die Schulleitung, die Polizei einzuschalten. Die Süddeutsche Zeitung erläutert in diesem Zusammenhang den Umgang mit Gewalt in der Schule in Deutschland. Tausende Stellen müssten geschaffen werden, damit Lehrer mit Schulpsychologen und Sozialarbeitern präventiv zusammenarbeiten und damit Gewalt eindämmen könnten.

Immer mehr Schüler depressiv

Immer mehr Schüler sind wegen stressbedingter Erkrankungen in Behandlung, wie das Ärzteblatt berichtet. Zu den Beschwerden gehörten Kopf- und Bauchschmerzen, eine erhöhte Reizbarkeit oder sogar bereits Erschöpfungszustände. Zu dieser Erkenntnis kam die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) in einer aktuellen Erhebung. Als Ursache machte die Versicherung einen hohen Leistungsdruck, Mobbing oder Reizüberflutung aus. Im Vergleich zum Jahr 2007 sei die Zahlen der Schüler, die wegen psychischer Störungen in Behandlung waren, im Jahr 2017 um mehr als 100 Prozent gestiegen. Als Grund für den rasanten Anstieg wurde jedoch auch eine mittlerweile frühere Erkennung psychischer Auffälligkeiten genannt. Präventiv seien Wertschätzung und Anerkennung der Kinder wichtig, so eine Psychologin, die die Studie begleitete.

Sind alle Lehrer faul und Montags krank?

Mit der provokanten Frage „Wie faul sind Lehrer?“ wartet eine Kolumne der Frankfurter Allgemeine Zeitung auf. Die Autorin schildert darin einen Dialog mit ihrem Sohn, der die siebte Klasse besuche. Der fände, dass Lehrer besonders oft fehlen. Besonders nach dem Wochenende und in den Randstunden sei die Zahl der erkrankten Lehrer auffällig hoch. Freunde der Kolumnistin hätten bereits reagiert: Montags würden die Familien ihre Kinder oft zu Hause lassen – seien die Anlässe auch noch so nichtig. Die Schüler würde nichts verpassen, so die übereinstimmende Meinung. Der Schluss des Meinungsartikels bildet die Aussage, dass nicht alle Lehrer so seien. Der Autorin der Kolumne ist eine herausfordernde Sicht auf das Selbstverständnis der Lehrkräfte gelungen, die zu einigen Diskussionen führen dürfte.