Aktuelle Nachrichten 16. – 31. September 2018

Presseschau 16. – 31. September 2018

Schule, Bildung, Referendariat

In unserer Serie „Aktuelle Nachrichten – News für Lehrer und Referendare“ fassen wir für Sie alle zwei Wochen die interessantesten Neuigkeiten aus dem Netz zusammen.

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Deutschlands Schulen schlecht digital ausgestattet

Das Handelsblatt thematisiert die schlechte digitale Ausstattung an Deutschlands Schulen. Zu Wort kommt unter anderem Marlis Trepe, die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Trepe drängt die Politik, den angekündigten Digitalpakt endlich zu beschließen. Trepe berichtet von einer vom GEW in Auftrag gegebene Studie, die Pädagogen zur digitalen Ausrüstung befragte. Die Ergebnisse seien erschreckend. So sehen mehr als 80 Prozent der befragten Pädagogen Nachholbedarf bei der Beschaffung neuer Technik. Zitiert werden in diesem Bericht auch Bildungsministerin Kaliczek, sowie die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Stumpp. Während die Bildungsministerin weiterhin Optimismus verbreitet, greifen die Absichten der Bundesregierung der Grünen-Politikerin nach viel zu kurz. Ein empfehlenswerter Hintergrundartikel, der einzelne Aspekte der aktuellen Diskussion gut beleuchtet.

Lehrerverband fordert schnelle Rückkehr zur Fibelmethode

Mit harschen Worten fordert der deutsche Lehrerverband ein Verbot der „Lesen durch Schreiben“-Methode, wie das ZDF online berichtet. Anlass ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bonn, die deutlich bessere Rechtschreibleistungen bei Verwendung der herkömmlichen Fibel-Methode nachwies. Dafür wurden die Rechtschreibleistungen von mehr als 3.000 Kinder an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Nach Aussage des Präsidenten des Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, solle durch ein Verbot Schaden von den Grundschülern abgewendet werden. Die beanstandete Rechtschreibmethode sei ohne seriöse Überprüfung an vielen Grundschulen etabliert worden. Kritiker werfen der Methode seit langem vor, dass sich durch deren Verwendung bei den Kindern fehlerhafte Schreibweisen verfestigen und Kinder mit fehlender Sprachpraxis dadurch benachteiligt seien.

„Warum die Fibelmethode nicht die bessere Wahl ist“

Das Karrierenetzwerk XING macht mit einem ausführlichen Debattenbeitrag von sich reden. Der Erziehungswissenschaftler und Autor Hans Brügelmann stellt darin sehr ausführlich seine Sicht der Dinge auf die vielfach kritisierte Lernmethode dar. Die Argumente des Wissenschaftlers sind umfangreich. So würde ‚mechanischer Drill‘ den Kindern die Lust an Lesen und Schreiben verderben. Außerdem verweist er auf Forschungsergebnisse, die der Lautorientierung beim Schreibenlernen klar den Vorzug geben. Brügelmann betont jedoch auch, dass Lehrerkompetenz und das soziale Umfeld nach wie vor die wichtigste Faktoren beim Lernen seien. Ein Verbot einer Methode lehnt er deshalb auch kategorisch ab. Die Anzahl der Reaktionen auf den Einwurf beweist die Uneinigkeit zu diesem Thema: Der Artikel veranlasste bereits mehr als 60 Personen zu einem Kommentar.

Guter Lehrer = Mehr Gehalt?

Die Berliner Tageszeitung verschriftlicht ein Interview mit der FDP-Generalsekretärin Nicola Beer. Beer vergleicht die Lehrkräfte dabei mit Angestellten in normalen Unternehmen. Nur folgerichtig sei deshalb auch eine Bezahlung nach Leistung. Maßstab könnten Vergleichsarbeiten oder andere Entwicklungsverläufe der Schüler sein. Für die Unterrichtung an sogenannten Brennpunktschulen sehen die Pläne einen weiteren Zuschlag vor. Hintergrund der Absichten, die zurzeit mit Erziehungswissenschaftlern zu einem konkreten Modell erarbeitet werden sollen, sei die Frustration vieler Lehrer, dass sich Engagement nicht auszahle. Die Bezahlung solle künftig nicht rein von der Schulform abhängen, sondern vielmehr die Besten der Besten belohne, so Beer. Wünschenswert zur Umsetzung sei die gemeinsame Finanzierung durch Bund und Länder.

Alternative für Deutschland startet Online-Pranger für Lehrer

Mit einem Onlineangebot macht die Hamburger AfD Schlagzeilen. Über ein Kontaktformular sollen Schüler Verstöße gegen das Neutralitätsverbot seitens ihrer Lehrer melden. Ein alter Trick und überflüssige Provokation, wie Der Spiegel kommentiert. Die Partei konstruiere ein Problem und bietet sich gleich als Problemlöser an. Ziel der Partei sei jedoch nicht, die Interessen der Schüler zu schützen. Vielmehr ginge es darum, die eigenen Positionen vor Kritik im Unterricht zu schützen. Die von der AfD geforderte Neutralität sei seit Jahrzehnten gesetzt und unumstritten, worüber die zuständigen Schulbehörden wachen. Der Kommentar regt an, Lehrern in Deutschland den Rücken zu stärken und nicht zum Opfer von Denunziantentum werden zu lassen. Auch künftig sollten sie Kinder in Menschenwürde, Demokratie, Toleranz und Gleichberechtigung unterrichten. Einzelne Positionen der AfD gilt es weiterhin – auch gegen den Willen der Partei – kritisch zu thematisieren.

Kinderhilfswerk kritisiert Elternblogs

Das Kinderhilfswerk äußert sich zu den Gefahren, Kinder im Internet zu inszenieren, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Luise Meergans, Bereichsleiterin für Kinderrechte und Bildung, sieht vor allem Persönlichkeitsrechte und die Privatsphäre der Kinder bedroht. Hunderttausende Menschen würden das Heranwachsen über Blogs begleiten und kommentieren. Teilweise würden die Minderjährigen sogar als Werbeträger herangezogen, um Produkte online anzupreisen. Dabei unterstellt sie den Eltern keine bösen Absichten. Dennoch müsse der Schutz der Zöglinge immer oberste Priorität haben. Sie kritisiert, dass es seitens der Plattformen keinerlei Meldemechanismen oder Kontrollinstanzen gäbe. Mit einem Fachtag möchte das Kinderhilfswerk auf das wachsende Phänomen aufmerksam machen.