Aktuelle Nachrichten Ende Juli 2018

Aktuelle Nachrichten für Referendare
Zeitung auf Schreibtisch - Aktuelles

Presseschau 16. – 31. Juli 2018

Schule, Bildung und Referendariat

Von der Brennpunktschule zur Vorzeigeschule

In einer spannenden Hintergrundreportage beleuchtet ZEIT Online die Entwicklung der Karlsgartenschule, im Berliner Stadtteil Neukölln. Vergleichbar mit der in der Öffentlichkeit bekannten Rütlischule, war die Anstalt zunächst viele Jahre als sogenannte Problemschule bekannt. Eine klassenübergreifende Elterninitiative führte im Laufe der Jahre jedoch zu zahlreichen Verbesserungen und machte die Schule wieder über alle sozialen Schichten hinweg attraktiv. Offenbar mit Erfolg: Die ehemalige Brennpunktschule ist mittlerweile so beliebt, dass die Eltern Schlange stehen, um einen begehrten Platz für ihre Schützlinge zu ergattern.

Gute Noten durch gute Gene?

Das Onlineangebot der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Bild der Wissenschaft beschäftigt sich mit der heiklen Frage, inwieweit Gene Einfluss auf unseren Bildungserfolg haben. Dazu wird eine aktuelle Studie der Universität Minnesota beschrieben, die den Zusammenhang der Erbanlagen, mit dem erreichten Bildungsabschluss der Probanden, untersuchte. Die Studie konnte einen ähnlich großen Einfluss der Gene nachweisen, wie es bei den Einkommensverhältnissen oder dem Bildungsstand der Eltern der Fall ist. Das Erbgut ist nicht alleinig für den schulischen Erfolg verantwortlich, unterstreicht der Genetiker Markus Nöthen vom Universitätsklinikum Bonn.

Zu Unrecht auf Förderschule – Schadenersatz

Der Spiegel berichtet von einem spektakulären Urteil des Landgerichts Köln. Verhandelt wurde der Fall eines 21-jährigen, dem nach einem Umzug innerhalb Deutschlands der Wechsel von einer Förderschule nicht gestattet wurde. Obwohl seine Lehrer mehrmals um einen Wechsel auf eine reguläre Schule baten, blieb dieser Wunsch seitens des Landes Nordrhein-Westfalen unberücksichtigt. Ein klarer Rechtsbruch, befanden die Richter – und sprachen dem Antragsteller einen Anspruch auf Schadenersatz zu. Über die Höhe der Zahlung wird allerdings gesondert verhandelt. Außerdem wurde das Land aufgefordert, seine Förderschulen auf weitere solcher Fälle hin zu überprüfen.

Lehrer werden ist nicht schwer, Lehrer sein dagegen…

Das Nachwuchsmagazin der ZEIT ze.tt wartet mit mehreren unterhaltsamen Geschichten aus dem Berufsalltag von Lehrern auf. In mehreren, teils sehr persönlichen Geschichten, werden interessante Einblicke aus Sicht der Lehrkräfte geboten. Die Themen reichen vom Referendariat, über eine launige Betrachtung von Klassenfahrten, bis hin zu den lustigen Seiten des Lehrerdaseins. Ein launiger Blick auf die Sonnen-/ und Schattenseiten des Schullebens, in dem sich sicher viele Lehrer wiedererkennen.

Brauchen wir ein Schulfach ‘Wirtschaft’?

In einem Interview mit der Wirtschaftswoche plädiert der Bildungsökonom Dirk Loerwald für die einheitliche Einführung eines Schulfaches ‘Wirtschaft’, wie es bereits in Bayern und Baden-Württemberg der Fall ist. Dabei spiele auch die Qualität der Schulbücher eine entscheidende Rolle. Durch die Verwendung von nicht einheitlichen Unterrichtsmaterialien würde oft ein falsches Bild der Wirtschaft gezeichnet. Der lange Prozess bei der Entwicklung eines zeitgemäßen Fachbuches könnte künftig durch die Einführung digitaler Schulbücher entfallen. Den Vorwurf, Befürworter des Schulfachs Wirtschaft seien Knechte des Neoliberalismus, sieht Loerwald hingegen nicht bestätigt.

Deutschland nach dem PISA-Schock

In einem ausführlichen Hintergrundgespräch mit dem Bildungsforscher Ludger Wößmann fragt Deutschlandfunk Kultur nach den Auswirkungen nach dem katastrophalen Abschneiden der PISA-Studie zur Jahrtausendwende. Ludger Wößmann gewährt einen breiten Überblick über die danach getroffenen Maßnahmen und vergleicht das deutsche Schulsystem mit anderen OECD-Staaten. Trotz aller Ungereimtheiten bleibt Wößmann optimistisch, dass Deutschland die anstehende Aufgaben im Bildungsbereich bewältigen wird. Das halbstündige Gespräch kann auf den Seiten des Deutschlandfunks nachgehört werden. Alternativ liegt eine Abschrift des Interviews vor.

Lehrer als Opfer

Dem alarmierenden Thema der physischen und psychischen Gewalt gegen Lehrer widmet sich die Frankfurter Rundschau. Der Leiter der Lehrergewerkschaft Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, sieht darin in erster Linie ein Versagen der Gesellschaft und fordert Unterstützung seitens der Politik. Die Zahlen der von der Gewerkschaft in Auftrag gegebenen Studie zu diesem Thema sind erschreckend: Jede vierte Schule sei demnach in den letzten fünf Jahren Opfer körperlicher Gewalt geworden, bei den psychischen Angriffen gegenüber Lehrern sogar jede zweite Schule. Die Fälle schwerer, körperlicher Gewalt seien in einer Berliner Auswertung zwischen 2012 und 2016 um 69 Prozent gestiegen. Der Kriminologe Christian Pfeiffer gibt jedoch auch zu bedenken, dass die drastischen Zahlen auch mit einem geänderten Anzeigeverhalten zusammenhängen könnten.