Anfängerfehler als Referendar vermeiden

Anfängerfehler als Referendar vermeiden

Unsere Tipps um Anfängerfehler als Referendar möglichst zu vermeiden

Jeder Referendar ist vor den ersten Unterrichtsstunden aufgeregt und fragt sich, ob er den vielen anspruchsvollen Aufgaben eines Lehrers gewachsen ist. Selbstzweifel können Sie als Referendar blockieren und so verhindern dass Sie Ihr Potential entfalten können. Auch wenn es unvermeidlich ist, dass Ihnen zu Beginn Ihrer Laufbahn Fehler unterlaufen, finden Sie hier einige Tipps zu Anfängerfehler als Referendar, die Sie in Ihrer ersten Zeit als Lehrer berücksichtigen sollten.

1. Versuchen Sie nicht, Ihre Schüler zu überschreien

Wenn der Geräuschpegel in Ihrer Klasse zu hoch wird, bleiben Sie besser bei Ihrer gewohnten Lautstärke oder senken Sie Ihre Stimme etwas. Es hat keinen Sinn zu versuchen, gegen 25 Schüler anzuschreien. Machen Sie den Schülern deutlich, ab wann es Ihnen zu laut ist. Stellen Sie klare Regeln auf, welche Sanktionen die Schüler zu erwarten haben, wenn sie Ihren Unterricht stören. Schüler brauchen vorhersehbares Verhalten, um sich sicher zu fühlen. Loben Sie die Schüler, sobald sie in einer angemessenen Lautstärke arbeiten.

2. Sprechen Sie die Schüler mit ihrem Namen an

Schüler fühlen sich oft nur dann angesprochen, wenn Sie sie persönlich anreden. Fertigen Sie einen Sitzplan an, lassen Sie Namenskärtchen aufstellen und lernen Sie die Namen schnellstmöglich auswendig. Dauert es länger, die Namen der Klasse oder sogar speziell die Namen einiger Schüler zu erlernen, empfinden Schüler dies als Missachtung.

3. Erweitern Sie stetig Ihr Methodenrepertoire

Sind Schüler gelangweilt oder überfordert, stören sie den Unterricht. Ein abwechselungsreicher Unterricht motiviert Schüler zur Mitarbeit und verbessert die Verarbeitung des Gelernten.

4. Halten Sie keine langen Vorträge

Wechseln Sie innerhalb einer Unterrichtsstunde zwischen Frontalunterricht, Einzelarbeit und Gruppenarbeit ab. So setzen sich Ihre Schüler intensiver mit dem Lernstoff auseinander und lernen effektiver.

5. Überfrachten Sie Ihre Unterrichtsstunden nicht

Versuchen Sie nicht zu viel Unterrichtsstoff in eine Lernphase zu packen. Setzen Sie sich ein Ziel und lassen Sie die Schüler das Gelernte durch die erforderlichen Phasen der Anwendung, Konsolidierung und Reflexion verinnerlichen.

6. Holen Sie die Schüler dort ab, wo sie stehen

Als Referendar können Sie nicht wissen, wie die Lernausgangslage der Schüler ist. Suchen Sie das Gespräch mit Kollegen, die die Klasse kennen oder wenden Sie Diagnoseverfahren an, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Schüler können den Lernstoff nur anwenden, wenn sie durch ihn bereits bekanntes Wissen erweitern können.

7. Geben Sie klare Anweisungen

Achten Sie darauf, dass Aufgabenstellungen für Ihre Schüler verständlich sind. Präsentieren Sie diese schriftlich, beginnend mit einem Operator (nehme, zeichne, rechne…). Lassen Sie einen Schüler den Auftrag in eigenen Worten wiederholen und beantworten Sie Fragen der Klasse.

8. Stören Sie Ihre Schüler nicht

Als Referendar neigen Sie vielleicht dazu, Ihren Schülern bei Einzelarbeiten zu früh Ihre Hilfe anzubieten. Lassen Sie die Schüler ungestört die Aufgaben bearbeiten und greifen Sie nur bei Fragen ein. In manchen Klassen kann es sogar sinnvoll sein, die Regel aufzustellen, dass in den ersten zehn Minuten keine Fragen gestellt werden dürfen, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, alleine an Lösungsmöglichkeiten zu arbeiten.

9. Loben Sie Ihre Schüler

Schüler wollen das Gefühl haben, dass Sie gerne in ihrer Klasse unterrichten. Geben Sie Ihren Schülern regelmäßiges Feedback darüber, was sie bereits gelernt haben, welches Verhalten Sie schätzen und woran sie noch arbeiten sollen. Im Gegenzug dazu können Sie als Referendar ebenfalls eine Rückmeldung einfordern, um Ihren Unterricht zu verbessern.

10. Achten Sie auf Ihre Psychohygiene

Sie können nur dann gute Arbeit leisten, wenn Sie körperlich und psychisch gesund bleiben. Auch ein Referendar braucht Ruhephasen, eine bereichernde Freizeit, in der er abschalten und seine sozialen Kontakte pflegen kann. Zur Psychohygiene gehört, Fehler und Misserfolge abzuhaken, statt über sie zu grübeln.

Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Studium und Ihre Zeit als Referendar Ihnen eine gute Grundlage zum Start in den Lehrerberuf geben. Diese Grundlage kann jedoch nicht die praktische Erfahrung ersetzen, die ein Lehrer im Schuldienst erwirbt. Wichtig ist, dass Sie nicht zu streng mit sich selbst sind. Sehen Sie Fehler als eine Chance in ähnlichen Situationen in Zukunft kompetenter zu reagieren.

Ratgeber Referendariat