Annuitätendarlehen

Beim Annuitätendarlehen setzt sich die Rate aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Während der gesamten Rückzahlungszeit bleibt die Rate gleich hoch. Zinsen werden nur auf den Restschuldbetrag berechnet, daher sinkt der Zinsanteil im Laufe der Zeit. Der Tilgungsanteil steigt um die ersparten Zinsen an.

Lesen Sie hier unseren ausführlichen Beitrag zum Annuitätendarlehen und wie man es berechnet.

Die Ratenentwicklung beim Annuitätendarlehen

Arbeitgeberdarlehen

Gewährt das Unternehmen dem Arbeitnehmer einen Kredit, handelt es sich um ein Arbeitgeberdarlehen. Im Gegensatz zu einem klassischen Bankkredit ist diese Finanzierung in der Regel zinsgünstiger. Die Zinsvorteile sind jedoch über die Lohnsteuer zu versteuern, sofern der geschuldete Darlehensbetrag 2.600 Euro übersteigt.

Cap Darlehen

Das Cap-Darlehen ist eine Finanzierungsform ohne Zinsfestschreibung. Die Zinsen werden nicht für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben, sondern sind variabel. Um das Risiko stark steigender Zinsen einzugrenzen, gibt es eine Zinsobergrenze, über die der Zinssatz nicht steigen kann. Das Cap-Darlehen bietet damit eine ähnliche Sicherheit wie ein Annuitätendarlehen, ist aber deutlich flexiber.

Festdarlehen

Das Festdarlehen wird auch als endfälliges Darlehen, Zinszahlungsdarlehen,Tilgungsaussetzungsdarlehen oder Fälligkeitsdarlehen bezeichnet. Während der Laufzeit zahlt der Darlehensnehmer im Gegensatz zum Annuitätendarlehen nur Zinsen, die Tilgung erfolgt am Ende der Laufzeit in einer Summe. Das Festdarlehen wird daher häufig in Kombination mit einem Bausparvertrag oder einer Lebensversicherung als Zwischenfinanzierung abgeschlossen.

Die Ratenentwicklung beim Festdarlehen

Forwarddarlehen

Das Forwarddarlehen ist ein Annuitätendarlehen, bei dem der Kreditnehmer sich bis zu fünf Jahre im Voraus den gegenwärtigen Zinssatz sichert. Steht in einiger Zeit eine Anschlussfinanzierung an und der Darlehensnehmer rechnet mit steigenden Kapitalmarktzinsen, kann er sich den aktuellen Zinssatz mit dem Forwarddarlehen sichern. Die Bank berechnet dafür einen Zinsaufschlag, den sogenannten Forward-Aufschlag, der von der Laufzeit des Forwarddarlehens abhängt. Steht die Prolongation an, schuldet der Kreditnehmer sein Darlehen zum vereinbarten Zinssatz um, unabhängig von den aktuell gültigen Konditionen. Da niemand die Zinsentwicklung voraussagen kann, birgt diese Finanzierungsvariante ein Risiko, denn bei fallenden Zinsen, wird die Finanzierung letztlich teurer.

Grundschulddarlehen

Ein Grundschulddarlehen ist eine Finanzierung, die über eine Grundschuld abgesichert wird. Als Sicherheit für die Kreditvergabe wird zu Gunsten der Bank eine Grundschuld in Kredithöhe im Grundbuch der finanzierten Immobilie eingetragen. Kommt es zu einem Zahlungsverzug, hat die Bank ein Verwertungsrecht und kann die Zwangsversteigerung einleiten. Bei einem Annuitätendarlehen ist das Grundschulddarlehen Standard. Nach Rückzahlung des Kredits kann die Grundschuld auf Wunsch des Kreditnehmers bestehen bleiben und als Sicherheit für weitere Darlehen dienen.

Hypothekendarlehen

Die Bezeichnung Hypothekendarlehen wird häufig synonym für ein Grundschulddarlehen verwendet. Hypotheken werden heute kaum noch als Sicherheit für Kredite genutzt, da die Grundschuld leichter zu handhaben ist. Während eine Grundschuld nicht an das Bestehen einer Forderung gebunden ist und nach Darlehensrückzahlung weiterbesteht, gilt das bei einer Hypothek nicht. Die Hypothek muss nach Erlöschen der Forderung aus dem Grundbuch gelöscht oder in eine Eigentümerhypothek umgewandelt werden.

Kfw-Darlehen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert bestimmte Baumaßnahmen wie das energieeffiziente Sanieren oder Bauen mit zinsgünstigen Krediten. Auch für Maßnahmen zum Einbruchschutz gibt es KfW-Mittel. Abhängig von der jeweiligen Förderung gewährt die KfW weitere Förderungen wie einen Tilgungszuschuss. Üblich ist eine Kombination des KfW-Kredits mit einem Annuitätendarlehen, da die Mittel der KfW in der Regel nicht für die komplette Finanzierung ausreichen. Der Abruf des KfW-Darlehens erfolgt über die Hausbank.

Nachrangdarlehen

Das Nachrangdarlehen ist Teil einer Baufinanzierung: Banken gewähren erstrangige Darlehen üblicherweise in Höhe von 60 Prozent des Beleihungswertes der finanzierten Immobilie. Finanzierungen, die über diesen Teil hinausgehen, werden als Nachrangdarlehen bezeichnet. Da diese Kredite ein höheres Risiko für die Banken bergen, ist der Zinssatz höher als bei erstrangigen Beleihungen. Üblich sind Finanzierungsmodelle, die aus einer Kombination zwischen einem erstrangigen und einem nachrangigen Darlehen bestehen. Aufgrund der höheren Zinsbelastung sollte das Nachrangdarlehen zuerst getilgt werden. Üblicherweise handelt es sich dabei um ein Annuitätendarlehen.

Policen-Darlehen

Versicherungsgesellschaften gewähren ihrem Versicherungsnehmer Policendarlehen. Als Sicherheit dient dabei der Rückkaufswert einer Lebensversicherung. Rechtlich betrachtet handelt es sich also um eine Vorauszahlung auf die Versicherungsform. Die Versicherer erhöhen für die Darlehensgewährung den monatlichen Versicherungsbeitrag, der nun einen Zinsanteil enthält. Tilgungsleistungen sind während der Laufzeit nicht zu erbringen, das Policendarlehen wird bei Fälligkeit der Versicherung in einer Summe aus dem Versicherungserlös getilgt.

Privatdarlehen

Der Begriff Privatdarlehen oder Privatkredit wird unterschiedlich verwendet.

Bei einem Privatdarlehen tritt eine natürliche Person als Geldgeber auf. Diese Darlehen werden auch als Peer-to-Peer-Kredit finanziert. Der Kreditzins wird zwischen den Parteien frei ausgehandelt. Verschiedene Plattformen vermitteln Privatdarlehen. Hier schließen sich mehrere Kreditgeber zusammen, um ein Darlehen zu gewähren.

Verschiedene Banken bezeichnen auch Ratenkredit, die zur freien Verwendung an private Kreditnehmer ausgezahlt werden, als Privatkredit.

Tilgungsdarlehen

Bei einem Tilgungs- oder Abzahlungsdarlehen sinkt die Ratenhöhe im Lauf der Zeit. Die Rate setzt sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Beim Tilgungsdarlehen bleibt der Tilgungsanteil während der gesamten Rückzahlungszeit konstant. Da der Kreditnehmer Zinsen nur auf den Restschuldbetrag zahlt, sinkt der Zinsanteil der Rate im Laufe der Zeit.

Die Ratenentwicklung beim Tilgungsdarlehen

Variables Darlehen

Ein variables Darlehen ist eine Baufinanzierung ohne eine Sollzinsbindung. Die Bank passt den Zinssatz alle drei Monate an die aktuelle Kapitalmarktlage an. Als Basis dient dabei der Drei-Monats-Euribor, auf den die Kreditinstitute ihre Gewinnmarge aufschlagen. Für den Kreditnehmer birgt die Finanzierungsvariante ein Risiko, denn steigen die Kapitalmarktzinsen, wird auch der Kredit teurer. Ein Vorteil des variablen Darlehens ist die ausgezeichnete Flexibilität.

Volltilgerdarlehen

Bei einem Volltilgerdarlehen handelt es sich um ein Annuitätendarlehen, das während der Laufzeit vollständig getilgt wird. Am Ende der Laufzeit gibt es keine Restschuld und ist keine Anschlussfinanzierung erforderlich. Die Zinsbindung ist identisch mit der Gesamtlaufzeit des Darlehens.