Ob ein Arzneimittel für Beamte beihilfefähig ist oder nicht, kann häufig nur im Einzelfall, nach Kenntnis der Diagnose und der jeweils verordneten Arzneimittel entschieden werden, denn die grundsätzlichen Regelungen sehen verschiedene Ausnahmen vor. Im Zweifel sollte die Ärztin/der Arzt beziehungsweise die/der Heilpraktiker/in nach Arzneimitteln gefragt werden, die von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannt werden.

Für alle Personen gilt:

Grundsätzlich nicht beihilfefähig sind Mittel, die geeignet sind, Güter des täglichen Bedarfs zu ersetzen
(zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel), bei denen eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht (zum Beispiel Anti-Aging-Mittel, Appetitzügler und Haarwuchsmittel).
Oder die mit dem Begriff „traditionell angewendet“ zur Stärkung oder Kräftigung, zur Besserung des Befindens, zur Unterstützung der Organfunktion, zur Vorbeugung oder als mild wirkendes Arzneimittel in den Verkehr gebracht werden.

Bei Personen, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gilt:

Die Beihilfe wird sowohl für verschreibungspflichtige als auch für nicht verschreibungspflichtige, sowie für homöopathische und anthroposophische Arzneimittel für Beamte gewährt, sofern sie in Deutschland zugelassen sind.

Bei Personen über 18 Jahren gilt:

Verschreibungspflichtige Arzneimittel, die in Deutschland zugelassen sind, sind beihilfefähig, sofern sie nicht nach der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) von der Verordnung ausgeschlossen sind. Von dieser Einschränkung (zum Beispiel für Arzneimittel gegen Erkältung) gibt es allerdings Ausnahmen. Die Arzneimittel-Richtlinie kann im Internetportal des Gemeinsamen Bundesausschusses eingesehen werden.

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel

Für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel kann einem Beamten nur dann Beihilfe gewährt werden, wenn das Medikament in Deutschland zugelassen und apothekenpflichtig ist und bei bestimmten schwerwiegenden Erkrankungen als Therapiestandard gelten.
Oder wenn sie in Deutschland zugelassen und apothekenpflichtig sind und begleitend zu einer Haupttherapie mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln eingesetzt werden (Begleitmedikation).
Oder wenn sie in Deutschland zugelassen und apothekenpflichtig sind und zur Behandlung von schwerwiegenden, schädlichen, unbeabsichtigten Reaktionen eingesetzt werden, die beim bestimmungsgemäßen Gebrauch verschreibungspflichtiger Arzneimittel aufgetreten sind.
Oder wenn sie sich in der klinischen Erprobung für die Behandlung bestimmter schwerwiegender Erkrankungen befinden.
Oder wenn sie apothekenpflichtig und in Deutschland mit in der Verwaltungsvorschrift zu § 4 der Beihilfenverordnung genau definierten Wirkstoffen zur Behandlung von dort ebenfalls genannten Indikationen zugelassen sind.

In diesem Fall muss die beihilfeberechtigte Person oder die Ärztin/der Arzt nachweisen, dass das Medikament günstiger ist als das alternativ zur Verfügung stehende verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Homöopathische und anthroposophische Arzneimittel

Für homöopathische und anthroposophische Arzneimittel, die in Deutschland zugelassen sind, kann Beihilfe für bestimmte Indikationsgebiete gewährt werden, wenn die Ärztin/der Arzt beziehungsweise Heilpraktiker/in bescheinigt, dass die Anwendung für diese Indikationsgebiete als Therapiestandard gilt. Die Indikationsgebiete sind in der Verwaltungsvorschrift zu § 4 der Beihilfeverordnung genannt.

Für beihilfeberechtigte Tarifbeschäftigte gelten für die Beihilfefähigkeit von Arzneimitteln weitere Einschränkungen.

Beihilfefähige Leistungen

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