Zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlung beihilfefähig

Zahnbehandlung beihilfefähig

Zahnärztliche Behandlungen sind beihilfefähig, wenn sie zahnmedizinisch notwendig und angemessen sind. (Für Leistungen, die nur auf Verlangen von Patientinnen/Patienten erbracht werden – etwa die Entfernung von Amalgamfüllungen und ihr Ersatz – wird daher keine Beihilfe gewährt.) Honorarbemessungen werden ohne besondere Begründung als beihilfefähig anerkannt, wenn sie den 2,3-fachen Satz der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) nicht überschreiten. Liegt eine Honorarbemessung über diesem Schwellenwert, muss die Zahnärztin/der Zahnarzt dies ausreichend patientenbezogen begründen. In diesem Fall können Honorarbemessungen unter bestimmten engen Voraussetzungen bis zum 3,5-fachen GOZ-Satz als beihilfefähig anerkannt werden.

Kieferorthopädische Behandlung
Kieferorthopädische Maßnahmen sind grundsätzlich nur beihilfefähig, wenn die behandelte Person bei Behandlungsbeginn noch keine 18 Jahre alt ist. Die Altersbegrenzung gilt allerdings nicht bei schweren Kieferanomalien, die eine kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlung erfordern.

Zahnersatz, Inlays, Implantate, funktionsanalytische und -therapeutische Leistungen
Für Beamtinnen und Beamte auf Widerruf im Vorbereitungsdienst und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen sind Zahnersatz, Inlays, implantologische Leistungen, funktionsanalytische und -therapeutische Leistungen sowie Leistungen, die in direktem Zusammenhang mit Zahnersatz und Inlays stehen, nur dann beihilfefähig,

wenn die Widerrufsbeamtinnen/-beamte unmittelbar vor ihrer Ernennung mindestens drei Jahre ununterbrochen im öffentlichen Dienst beschäftigt oder berücksichtigungsfähige Personen bei Beihilfeberechtigten waren oder wenn die Leistungen auf einem Unfall während des Vorbereitungsdienstes beruhen.

Für beihilfeberechtigte Tarifbeschäftigte gelten ebenfalls bestimmte Einschränkungen.
Detaillierte Informationen finden sich in einem Merkblatt unter „Downloads zu Beihilfe“.

Für alle anderen Beihilfeberechtigten und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen gilt:

Bei Zahnersatz (wie Zahnkronen oder Brücken)
wird grundsätzlich Beihilfe in Höhe von 60 Prozent der Material- und Laborkosten gewährt. Mehraufwendungen für Material für Verblendungen und Vollkeramikkronen sind in dieser Höhe allerdings nur für die Zähne 1 bis 6 beihilfefähig; wenn eine Brückenversorgung über Zahn 6 hinausreicht, kann jedoch auch zu diesen Verblendungskosten Beihilfe in dieser Höhe gewährt werden. Die Material- und Laborkosten für eine zusätzlich durchgeführte zahnerhaltende (konservierende) Behandlung müssen in der Rechnung gesondert aufgeführt werden. Ein Merkblatt zur Beihilfe für zahnärztliche Behandlungen und Zahnersatz findet sich unter „Downloads zu Beihilfe“.

Bei Inlays (Einlagefüllungen)
Bei einer Versorgung mit Inlays (Einlagefüllungen) sind Materialkosten und Laborkosten zu 100 Prozent beihilfefähig.

Aufwendungen für Implantate und implantologische Leistungen
Im Zahnbereich einschließlich aller damit verbundenen zahnärztlichen Leistungen sind grundsätzlich nur bei bestimmten Indikationen beihilfefähig. Wenn keine dieser Indikationen vorliegt, eine herkömmliche Zahnersatzversorgung aber grundsätzlich beihilfefähig wäre, können dennoch für maximal zwei Implantate pro Kieferhälfte jeweils 500 Euro Beihilfe gewährt werden – zusätzlich zu den Aufwendungen für den auf den Implantaten angebrachten Zahnersatz (Suprakonstruktion). Bei einer Suprakonstruktion können für die Kronen die Leistungen nach GOZ 2200 oder 5000 als beihilfefähig anerkannt werden. Bereits vorhandene Implantate, für die keine dieser Indikationen vorlag, müssen allerdings auf die Zahl der Implantate angerechnet werden. Bei Reparaturen sind neben den Kosten für die Suprakonstruktion 300 Euro je Implantat beihilfefähig. Mit den Pauschalbeträgen sind sämtliche Kosten der zahnärztlichen und kieferchirurgischen Leistungen abgegolten.

Indikationen, bei denen weitergehende Beihilfe für Implantate gewährt werden kann (sofern keine Kontraindikation für eine Implantatversorgung vorliegt), sind:

  • Größere Kieferdefekte oder Gesichtsdefekte durch Tumoroperationen, Entzündungen des Kiefers, Operationen infolge großer Zysten, Operationen infolge von Osteopathien, angeborene Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten, ektodermale Dysplasien) oder Unfälle.
  • Dauerhaft bestehende Mundtrockenheit (Xerostomie), insbesondere im Rahmen einer Tumorbehandlung.
  • Die genetische Nichtanlage von Zähnen, wenn weniger als acht Zähne pro Kiefer angelegt sind.
  • Nicht willentlich beeinflussbare muskuläre Fehlfunktionen im Mundbereich und Gesichtsbereich (zum Beispiel Spastiken).
  • Implantatbasierter Zahnersatz im zahnlosen Oberkiefer oder Unterkiefer. (Beihilfefähig sind aber höchstens die Aufwendungen für zwei Implantate je Kieferhälfte, einschließlich vorhandener Implantate, zu denen bereits Beihilfe gewährt wurde.)
    Einzelzahnlücken, allerdings nicht, wenn beide Nachbarzähne überkront sind.
    Freiendlücke, wenn zumindest de Zähne 6, 7 und 8 fehlen.

Das Formblatt für die zahnärztliche/kieferorthopädische Bescheinigung über das Vorliegen dieser Indikationen steht unter „Downloads zu Beihilfe“ zur Verfügung.

Voraussetzung für die Gewährung von Beihilfe ist, dass ein Kostenvoranschlag bei der Beihilfefestsetzungsstelle eingereicht wird und diese vor Behandlungsbeginn auf Grund eines amtszahnärztlichen Gutachtens die Notwendigkeit der beabsichtigten Maßnahme und die Angemessenheit der Kosten anerkannt hat (Voranerkennungsverfahren). Die Kosten des Gutachtens trägt die Beihilfestelle. Die Beihilfefestsetzungsstelle kann auf die Einholung des amtszahnärztlichen Gutachtens verzichten, wenn zweifelsfrei keine der genannten Indikationen vorliegt.

Beihilfe für funktionsanalytische und – therapeutische Leistungen

Beihilfe für funktionsanalytische und -therapeutische Leistungen kann nur im Rahmen einer funktionellen Gebissanalyse gewährt werden. Bei einer prothetischen Versorgung sind diese Leistungen allerdings nur bei einer umfangreichen Gebisssanierung beihilfefähig, und zwar nur dann, wenn die regelrechte Schlussbisslage anderweitig nicht mehr sicher festgestellt werden kann. In diesem Fall muss dem Beihilfeantrag der gesetzlich vorgeschriebene Befunderhebungsbogen beigefügt sein.

Beihilfefähige Leistungen

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