Das ändert sich für Lehrer im neuen Schuljahr

Neues Schuljahr bringt viel Neues

Das ändert sich für Lehrer im neuen Schuljahr

Das neue Schuljahr beginnt und auf Lehrer, Eltern und Schüler kommen in einigen Bundesländern zahlreiche Änderungen zu.
Nach einer Umfrage in den Schulministerien werden zum neuen Schuljahr Änderungen im Schulablauf und dem Gefüge vorgenommen.
So bauen zum Beispiel die Länder Berlin, Baden-Württemberg und Thüringen die Sprachförderung aus umso schulisch dem Zuwachs an Flüchtlingskindern gerecht zu werden.
Niedersachsen kehrt zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium zurück und in Hessen startet der „Pakt für den Nachmittag“ für die Grundschüler.

Die wichtigsten Neuerungen an den Schulen im Einzelnen:

Bayern
Als Reaktion auf den Druck der G8-Gegner beginnt man an 47 Gymnasien einen Pilotversuch für eine neunjährige gymnasiale Zeit. Offiziell wird diese „Mittelstufe Plus“ genannt. Dadurch soll den Gymnasiasten die Möglichkeit gegeben werden die Mittelstufe künftig in vier statt in drei Jahren zu absolvieren.

Baden-Württemberg
Zum neuen Schuljahr ist die Sonderschulpflicht vom Tisch. Die Eltern behinderter Kinder können nunmehr entscheiden ob der Nachwuchs auf eine Regelschule oder aber eine Sonderschule gehen soll. Das Land Baden-Württemberg stellt dafür 200 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung. Aber auch für die Integration von jungen Flüchtlingen soll im neuen Schuljahr etwas geschehen, dazu werden 100-200 zusätzliche Lehrerstellen angeboten.

Berlin
In der Bundeshauptstadt wollen nun auch Privatschulen sogenannte „Willkommen-Klassen“ für die neuen Schüler ohne Deutschkenntnisse bieten. Bisher wurden in Berlin solche Lerngruppen nur an öffentlichen Schulen angeboten. Insbesondere die Waldorfschulen sowie konfessionelle Schulen haben ihre Bereitschaft hierzu signalisiert nachdem vom Kultursenat hierzu angefragt worden war.

Brandenburg
Die Pflichtstundenzahl für Lehrkräfte wird um jeweils eine Wochenstunde reduziert, zeitgleich werden zum neuen Schuljahr mehr als 1000 neue Lehrer eingestellt.

Bremen
An den Grundschulen und Oberschulen, sowie den Gymnasien wird die intensivere Sprachförderung nunmehr fester Unterrichtsbestandteil. Zeitgleich soll an den allgemeinbildenden Schulen die Einrichtung von Teams zur Berufsorientierung geschaffen werden um Jugendlichen beim Übergang in die Ausbildung zu begleiten.

Hessen
Im kommenden Schuljahr sollen künftig an 58 Grundschulen im Sinne eines Pilotprojekts von sechs Regionen nachmittags die Schüler betreut werden. In Zusammenarbeit vom Bundesland und den Landkreisen wird hier ein „Pakt für den Nachmittag” geschlossen.
Finanziert werden soll die Maßnahme durch zu erhebende Gebühren von den Eltern die hier für die Betreuung zahlen sollen. In der Startphase übernimmt aber erst einmal das Land die Kosten für die dazu erforderlichen 145 Lehrerstellen.

Mecklenburg-Vorpommern
Hier wird das Schuljahr 9Plus eingeführt. Es soll dazu dienen den Schülern, welche das Ziel der neunten Klasse nicht erreicht haben, durch einen betriebspraktischen und einen unterrichtlichen Teil die Möglichkeit zu geben die Berufsreife zu erwerben. Hintergrund ist die Motivation direkt nach der Schule eine Berufsausbildung zu beginnen.
Desweiteren tritt im neuen Schuljahr eine neue Verordnung in Kraft die eine Besserstellung von Seiteneinsteigern ermöglicht.

Nordrhein-Westfalen
Im Bundesland NRW wurde nach langer Diskussion doch nicht in die neuen gewechselt sondern es wurde die Entscheidung getroffen bei G8 zu bleiben.  Im Landtag hatten sich 141 der 214 Abgeordneten bei der Abstimmung gegen G9 entschieden.
Allerdings soll in NRW durch konkrete Maßnahmen eine Entlastung  für die Schüler bezüglich des  „Turbo-Abitur“ erfolgen. Hausaufgaben, Nachmittagsunterricht und die wöchentlichen Klassenarbeiten werden begrenzt. Generell sollen Tage  mit verpflichtenden Nachmittagsunterricht nunmehr Hausaufgabenfrei sein und auch die Arbeitszeit für Hausaufgaben wird ab sofort entsprechend begrenzt.
An den Tagen an denen Klassenarbeiten geschrieben werden sind künftig schriftliche Tests in anderen Fächern nicht mehr zulässig.

Rheinland-Pfalz
Die Zahl der Ganztagsschulen wird im neuen Schuljahr von 710 auf 720 Stunden steigen. Das Bundesland will somit einen erweiterten, gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht behinderte Kinder anbieten.

Saarland
Im Saarland startet das Projekt „individuelle Lernbegleitung an Gymnasien“. Lehrer sollen so in die Lage versetzt werden durch den Aufbau eines schulübergreifenden Netzwerks eine Unterstützung zur Unterrichtsentwicklung zu erhalten.
Weiterhin sind für Schulleiter einige Qualifizierungsmaßnahmen für die Schulentwicklung vorgesehen.

Schleswig-Holstein
Das Land stellt zum neuen Schuljahr 200 zusätzliche Lehrer ein. Bis spätestens im Jahr 2017 werden insgesamt 728 zusätzliche Lehrkräfte eingestellt.

Thüringen
Künftig gibt es acht weitere Gemeinschaftsschulen. Somit werden im neuen Schuljahr dann landesweit 54 Gemeinschaftsschulen zur Verfügung stehen und 500 neue Lehrer eingestellt. Um die Unterrichtsausfälle zu minimieren wird eine Vertretungsreserve von 100 Lehrern aufgebaut.

 

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