Debatte über Rechtschreibreform

Rechtschreibreform-negative Auswirkung?

Debatte über Rechtschreibreform

Negative Auswirkungen auf Rechtschreibkenntnisse der Schüler?

Widersprüchliche Regeln
Uwe Grund – Deutschdidaktiker aus Saarbrücken findet nach seiner aktuellen Studie harte Worte, für die 1996 eingeführte neue Rechtschreibung: Die Regeln seien widersprüchlich und forderten “ungrammatische Entscheidungen”. Die Hälfte aller Neuntklässler hat laut seiner Studie nur mangelhafte Rechtschreibkenntnisse.

Lesen Schüler zu wenig?
Heinz-Peter Meidinger, der Vorsitzende des Philologenverbandes befindet, dass auch die Rechtschreibleistung an Gymnasien immer schwächer würden und führt das darauf zurück, das die heutige Generation der Jugendlichen kaum noch liest. Die Rechtschreibreform hat seiner Meinung nach sehr viel weniger gebracht als die Befürworter damals versprochen haben., sie sei “etwas logischer geworden, sehr viel einfacher aber sicher nicht”.

Wird Rechtschreibunterricht vernachlässigt?
Meidinger wirft der Bildungspolitik vor, den Rechtschreibunterricht in den Lehrplänen seit den 90er Jahren systematisch zu vernachlässigen. Auch kritisiert er, dass in einigen Bundesländern keine benoteten Rechtschreibdiktate mehr geschrieben werden und im europäischen Vergleich werde dem muttersprachlichen Unterricht viel zu wenig Platz eingeräumt.

Lesekompetenzen über dem OECD-Mittelwert
Diese Kritik steht allerdings ziemlich im Widerspruch zur aktuellen Pisa-Studie, laut dieser hat Durchschnittsergebnis der deutschen Schüler seit dem ersten Test im Jahre 2000 kontinuierlich zugelegt. Inzwischen liegt Deutschland bei den Lesekompetenzen damit über dem OECD-Mittelwert.

Wenig lesen = nicht korrekt schreiben?
Auch
Petra Stanat, die Direktorin des Berliner Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) ist skeptisch: „Selbst wenn Schüler wenig lesen, heißt das nicht zwangsläufig, dass sie nicht korrekt schreiben können.“ Auch zweifelt Sie daran, dass Schüler immer weniger lesen würden und führt als Beispiel die digitalen Medien an, denn Lesen beschränke sich ja nicht nur auf Bücher, die heutige Generation der Digital Natives ist quasi dauerhaft online und andauernd mit Texten konfrontiert.