Was zahlt Ihr Dienstherr bei Dienstunfähigkeit?

Was zahlt mein Dienstherr bei Dienstunfähigkeit? § 5 Abs. 2 BBG

Beamter auf Widerruf (Beamtenanwärter)

Keinen Versorgungsanspruch als Beamtenanwärter?
Als Beamtenanwärter werden Sie als Beamter auf Widerruf geführt und haben somit bei Dienstunfähigkeit keinen Versorgungsanspruch.

Das heißt: Scheiden Sie als Beamtenanwärter wegen Dienstunfähigkeit aus und die Ursache Ihrer Dienstunfähigkeit liegt in einem Freizeitunfall oder einer Krankheit, werden Sie in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.

Lohnt sich die rückwirkende Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung?

Leider bringt die rückwirkende Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung in diesem Fall keine Vorteile da Sie als Beamtenanwärter die gesetzlichen Bestimmungen zur Erwerbsminderungsrente (EMR) entweder nicht erfüllen (5 Jahre Pflichtbeiträge müssen gezahlt sein) oder  selbst wenn Sie eine volle Erwerbsminderungsrente (EMR) erhalten würden sind die Leistungen hieraus bestenfalls auf Sozialhilfeniveau.

Sie erhalten in diesem Fall keine Leistung von Ihrem Dienstherr
Die gesetzliche Rentenversicherung prüft, inwieweit eine Erwerbsminderung bei Ihnen vorliegt und ob die weiteren Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente erfüllt sind.
Da in der Regel, ein Beamtenanwärter die vorgeschriebenen 60 Pflichtmonate noch nicht  erfüllt hat werden in der Regel keine Versorgungsleistungen gezahlt.

Ausnahme
Sollte eine Minderung der Erwerbsfähigkeit um mindestens 20 Prozent durch einen Dienstunfall bestehen  wird Ihnen ein Unterhaltsbeitrag nach § 38 BeamtVG gewährt, aber nur so lange die Schädigung vorliegt. Ein Amtsarzt entscheidet ob die Erwerbsfähigkeit durch einen Dienstunfall erfolgte.

Beamter auf Probe
Als Beamter auf Probe haben Sie einen ersten Leistungsanspruch,  aber nur, wenn Ihre Dienstunfähigkeit auf einen Dienstunfall oder eine Diensterkrankung zurückzuführen ist.
Sollte Ihre Dienstunfähigkeit auf einen Privatunfall zurückzuführen sein gelten  für Sie die gleichen Bestimmungen / Vorschriften wie für einen Beamten auf Widerruf.
Somit entstehen Ihnen, sollten Sie in Ihrer  Freizeit verunfallen die gleichen Nachteile wie einem Beamten auf Widerruf.

Das heißt, auch wenn Sie schon Beamte auf Probe sind, erfolgt im Falle Ihrer Entlassung aufgrund Dienstunfähigkeit eine Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung.

In den meisten Fällen müssen Sie dann ein ganzes Leben lang Ihren Lebensunterhalt aus den niedrigen Versicherungsleistungen bestreiten. Eine Absicherung unter 1.200 Euro für Beamte auf Widerruf/Probe ist nicht bedarfsgerecht. 

Beamter auf Lebenszeit
§5 Abs. 1 Nr. 1 BBG Dieser Status wird frühestens drei Jahre nach der Anstellung erreicht.

Auch als Beamter auf Lebenszeit bleibt im Falle einer Dienstunfähigkeit meistens eine deutliche Versorgungslücke.

Grundsätzlich können Beamte auf Lebenszeit  nicht entlassen werden, dennoch ist die gesetzlich geregelte Mindestversorgung nur den Mindestbedarf. Der Anspruch erhöht sich ja erst langsam über die steigende Anzahl der geleisteten Dienstjahren.

20 von 100 Beschäftigten im öffentlichen Dienst erreichen allerdings die gesetzliche Regelaltersgrenze nicht. Die Hauptursache für Dienstunfähigkeit waren laut einer amtlicher Statistik bei jüngeren Beamten Freizeitunfälle. Erst später erfolgt Dienstunfähigkeit in neun von zehn Fällen durch Krankheiten.

Sichern Sie sich frühzeitig ab
Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit das Sie sich bereits in jungen Jahren gegen das Risiko einer möglichen Dienstunfähigkeit abzusichern.
Der Vorteil ist das die Beiträge noch bezahlbar sind und zum Dienstbeginn ist eine Absicherung elementar wichtig.

Wichtig ist auch, dass Sie sich nicht nur an den Beiträgen, sondern vielmehr an den Vertragsbedingungen orientieren. Nur wenige Anbieter bieten in den Verträgen eine wirksame Dienstunfähigkeitsklausel an und diese ist der wichtigste Bestandteil des Vertrages.
Unsere Experten helfen… 04455/9489870 [Ihr Ansprechpartner: Herr Hesse]