Kommunikation im Lehrerkollegium

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10 Tipps für eine gelungene Kommunikation im Lehrerkollegium

Die zwischenmenschlichen Beziehungen im Lehrerkollegium werden bestimmt durch unser Kommunikationsverhalten. Leider ist unsere Sprache sehr anfällig für Missverständnisse. Streitigkeiten basieren häufig auf einem ungünstigen Gesprächsverhalten.
Wenn Gespräche geprägt sind von Vorwürfen, Verallgemeinerungen und persönlichen Angriffen, kann ein konstruktives Gespräch, von dem alle Teilnehmer profitieren, nicht stattfinden.
Zudem bedenken wenige Menschen, dass unsere Kommunikation zu 80 Prozent auf der nonverbalen Ebene geführt wird. Dabei registrieren wir unbewusst die Pausen, die unser Kollege macht, welchen Abstand er zwischen uns einhält oder ob seine Körperhaltung mit unserer eigenen korrespondiert.
Um sowohl auf der Seite des Botschaftsenders als auch auf der des Empfängers für eine gelungene Kommunikation zu sorgen, sind die folgenden Tipps empfehlenswert:

1. Hören Sie aktiv zu
Um ein gutes Gespräch zu führen, müssen Sie sich ganz darauf konzentrieren. Vermeiden Sie gedanklich zu anderen Themen abzuschweifen oder bereits gedanklich Ihre eigene Antwort zu formulieren. Dies wird Ihr Gesprächspartner merken und als Unaufmerksamkeit werten.

2. Kommunizieren Sie deutlich
Sprechen Sie über konkrete Situationen, die Ihrem Lehrerkollegen bekannt sind. Verwenden Sie Begriffe, die von allen gleich definiert werden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob dies zutrifft, klären Sie sowohl die Situationen als auch die Begriffe, um die es bei diesem Gespräch geht.

3. Benutzen Sie Ich-Botschaften
Sätze, die mit einer Du-Botschaft gekoppelt werden, fasst Ihr Gegenüber schnell als Kritik oder persönlichen Angriff auf („Du hast das Kopierpapier aufgebraucht.“). Sinnvoller ist es, Situationen zu beschreiben und zu erklären, was Sie dabei empfunden haben („Ich war heute nach Dir am Kopierer und musste feststellen, dass das Kopierpapier leer war. Da ich in Eile war, habe ich mich geärgert.“).

4. Vermeiden Sie Verallgemeinerungen
Wörter wie „immer“,“ nie“ oder „ständig“ sollten Sie grundsätzlich vermeiden („Nie füllst Du das Kopierpapier auf.“). Sie vermitteln Ihrem Lehrerkollegen das Gefühl, dass sein Verhalten immer problematisch ist und Sie ihm generell ablehnen.

5. Bleiben Sie respektvoll
Unsere Gesellschaft lebt von ihrer Vielfalt. Andere Einstellungen und Meinungen sollten Sie respektieren. Das fällt uns nicht immer leicht. Vertreten Sie Ihren Standpunkt mit Ich-Botschaften, bleiben Sie auf der Sachebene und vermeiden Sie, Ihre Stimme zu erheben.

6. Bereiten Sie wichtige Gespräche vor
Gespräche scheitern oft daran, dass sich ein Gesprächsteilnehmer missverständlich ausdrückt, weil er seine eigenen Gedanken und Ziele vor dem Gespräch nicht geordnet hat. Machen Sie sich deshalb vorher Notizen, überlegen Sie, wie Sie Ihrem Gegenüber Ihr Anliegen deutlich machen können und suchen Sie konkrete Beispiele, um Ihrem Lehrerkollegen zu zeigen, was Sie bewegt.

7. Stellen Sie Fragen
Fragen Sie Ihren Kollegen nach seiner Meinung, Erfahrung und Vorstellung. Wenn Sie seine Sicht der Dinge verstehen, können Sie seine Handlungen auch besser einordnen. Fragen Sie im Gespräch nach, um sicher zu gehen, dass Sie Ihren Gesprächspartner verstanden haben. Dies können Sie auch in Form von einer Zusammenfassung („Habe ich richtig verstanden, dass…“) verbalisieren. So vermeiden Sie Missverständnisse und Ihr Kollege fühlt sich in seinem Anliegen ernst genommen.

8. Denken Sie, bevor Sie sprechen
Pausen innerhalb Ihrer Sätze, die Sie mit Silben („äh, na ja, hmm“) füllen, lassen Sie unglaubwürdig und unkonzentriert wirken. Denken Sie zunächst kurz darüber nach, was Sie sagen wollen und sprechen Sie dann. Müssen Sie länger über Ihre Antwort nachdenken, kommunizieren Sie dies und antworten Sie gegebenenfalls später.

9. Fassen Sie zusammen
Am Ende eines Gespräches oder eines Themas sollten Sie die wichtigsten Statements nochmals zusammenfassen. Das gibt allen Gesprächsteilnehmern die Gewissheit, dass Sie verstanden wurden und keine wichtigen Argumente vergessen wurden. Gegebenenfalls können Sie sich Notizen machen, die Sie Ihrem Lehrerkollegen zur Verfügung stellen.

10. Beenden Sie das Gespräch positiv
Nachdem Sie auf der Sachebene alles zusammengefasst haben, wenden Sie sich der Beziehungsebene zu. Senden Sie positive Signale für Ihren Kollegen aus. Dazu genügt ein Lächeln, ein Anerkennen dafür, dass er Ihnen Zeit und Aufmerksamkeit gewidmet hat oder dazu bereit war, Ihrem Anliegen Gehör zu schenken.
Vertrauen ist die Grundlage einer guten Kommunikation. Einem Mitmenschen zu vertrauen ist aber keine Entscheidung des Verstandes sondern eine Herzenssache. Allerdings kann auf der Basis einer guten Kommunikation ein vertrauensvolles Verhältnis wachsen. Deshalb rentiert es sich, wenn Sie sich um ein wertvolles Kommunikationsverhalten bemühen und Ihre verbalen und nonverbalen kommunikativen Fähigkeiten stetig verbessern, um ein gutes Verhältnis zu allen Ihren Lehrerkollegen aufzubauen.