Die Schule der Zukunft

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Werden Lehrer überflüssig?

Werfen wir einen Blick zurück in das 17. und 18 Jahrhundert:
Zu dieser Zeit war es bei wohlhabenden Familien üblich, dass die Kinder zu Hause von einem Privatlehrer unterrichtet wurden.

In den eigenen vier Wänden wurde fleißig und im Einzelunterricht alles nötige gepaukt um die Sprösslinge auf den Alltag in der großen weiten Welt vorzubereiten.

Heute durch die Schulpflicht undenkbar (1919 wurde sie in der Weimarer Verfassung einheitlich für ganz Deutschland festgeschrieben) war dies früher ganz normaler Alltag für Adlige und wohlhabende Kaufleute.

Es ist wohl unbestreitbar, dass sich dies sehr auf die Qualität der Ausbildung auswirkte.
Im Einzelunterricht war es dem Lehrer möglich seinen Unterrichtsplan individuell an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen.

Heutzutage sieht das ein bisschen anders aus:
Seit 1919 existiert in Deutschland die allgemeine Schulpflicht, die Klassenzimmer sind überfüllt und die Lehrer dadurch oft überfordert den Stoff zu vermitteln. Wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder auf elitäre Privatschulen – ein Einzelunterricht zu Hause ist nicht staatlich anerkannt, das Kind muss eine offizielle Schule besuchen.

Aber wie sieht das in naher Zukunft aus?
Versuchen wir einen Blick auf das Jahr 2037 zu werfen: Im Jahre 2037 sind vielleicht schon die ersten Quantencomputer auf dem Markt, diese rechnen mindestens 50.000 schneller als herkömmliche Rechner (Der D-Wave Rechner der Firma D-Wave-Systems bringt es im Jahre 2016 schon auf diesen Wert auch wenn er noch lange nicht markttauglich ist).

Es gibt ausgeklügelte digitale Welten in die man jederzeit und überall mit entsprechenden Geräten (wie 3-D Brillen und implantierten Mikrochips im Gehirn) eintauchen kann.

So wie wir heute nach nur 10 Jahren Entwicklung völlig gewöhnt sind auf unser Smartphone zu blicken und Fragen einzutippen – werden wir bzw. unsere Kinder schon in 20 Jahren das meiste per Spracheingabe regeln und in einen mehr oder minder menschlichen Dialog mit einer Computerstimme treten, die uns auf unsere Fragen präzise antworten geben kann. Der Film “Her” von Spike Jonze aus dem Jahre 2013 gibt hierauf schon jetzt einen Vorgeschmack, der Protagonist baut eine Beziehung mit der Stimme seines Betriebssystems auf, und verliebt sich in Sie.

Stimme, Betriebssystem? Da war doch was…. –  richtig, Siri von Apple und Cortana von Microsoft sind die ersten Prototypen dieser Art. Heute noch recht unbefriedigend und zum Teil nervtötend, steckt in diesen komplexen Programmen die Zukunft.

Bereits im Kindergartenalter wird es den virtuellen Lernassistenten geben, der das Kind weckt und für den Tag startklar macht, durch das vernetzte Haus bekommt das Kind pünktlich um halb 10 Tee gekocht und eine kleine Drohne bringt dem Kind Frühstück ins Haus, falls die Eltern vergessen haben einzukaufen und der Kühlschrank leer ist.

Auf einem Monitor oder direkt im Gehirn projiziert sieht das Kind seinen virtuellen Lehrer im Raum stehen oder neben ihm auf dem Stuhl sitzen. Wenn es möchte, kann es sich mit anderen Kinder die das gleiche Thema bearbeiten überall in Deutschland vernetzen. Zumeist werden das Freunde aus dem sozialen Netzwerk des Kindes sein.

Fragen wie “Wie haben die Römer seinerzeit gelebt?” wird der virtuelle Assistent, mit Videopräsentationen und 3-D-Visualisierungen der kompletten Stadt Roms im Jahre 200 v. Chr. beantworten. Für die Kinder dieser Zeit wird das Wissen dieser Welt greifbar nah sein. Wird es im Jahre 2037 also noch eine staatliche Schule geben?Oder werden die Kinder zu Hause privat mit virtuellen Intelligenzen lernen? Wird dieser technische Fortschritt zu einer Vereinsamung der Menschen und ihrer Kinder führen, zu einem Verlust echter Empathie, weil man kaum noch seinen eigenen familiären Kreis verlässt?

Wird Wissen noch überprüft oder nur noch vermittelt? Gibt es noch Lehrer aus Fleisch und Blut die dem Kind beim lernen über die Schulter schauen? Oder wird der Beruf des Lehrers sich wandeln hin zu einem Betreuer und Pädagogen der den Kindern ethische und moralische Grundsätze lernt? Im besten Fall quasi ein Freund der Familien wird und Berater in sozialen Angelegenheiten?

Schulen und Lehrer werden aber nicht wirklich überflüssig, doch werden sich die zu erfüllenden Aufgaben stark verändern. Vor allem die soziale Kompetenz der Schüler zu stärken wird einer der wichtigsten Punkte sein.

Die hier entworfenen Zukunftsperspektive ist nicht so skurril und unwirklich wie sie auf den ersten Blick scheinen mag.
Wie gehen wir heute damit um in einer mehr und mehr vernetzten Welt zu leben in der wir über kurz oder lang auf virtuelle Intelligenzen treffen, die dem Menschen kognitiv (wenn man dieses Wort hier überhaupt verwenden kann) weit überlegen sind?

Es wird sich zeigen wie wir als Menschheit auf all das reagieren werden: Willkommen in der größten Revolution seit der Erfindung des Telegraphen!