5 Milliarden sollen Sitzenbleiber den Steuerzahler kosten

Sitzenbleiben kostet Milliarden

5 Milliarden sollen Sitzenbleiber den Steuerzahler kosten

Das Verbraucherportal “billiger.de” hat vor kurzem seinen „Sitzenbleiber-Atlas Deutschland“ veröffentlicht. Aus diesem lässt sich ersehen, dass von 2,7 Millionen Schülern  immerhin 52.982 Schüler eine Ehrenrunde drehen mussten.
In den  Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Süd-Niedersachsen, Süd-Hessen und in ganz Bayern ist die Sitzenbleiber-Quote sehr hoch.

Jetzt könnte man sagen, diese Schüler reihen sich ein bei den ganz großen wie: Winston Churchill der  die Schule “den trüben Fleck auf der Landkarte meines Lebens” nannte und  wegen Latein und Sport auch eine Ehrenrunde drehte oder Thomas Mann, der Nobelpreisträger für Literatur der gleich zweimal sitzen blieb bevor er mit mittlerer Reife abging.

Und dann gibt es noch bekannte Namen wie Mehmet Scholl, Harald Schmidt, Peer Steinbrück die alle sitzen blieben.

Auch Hermann Hesse musste ein Jahr wiederholen, aber ist das Sitzenbleiben heut wirklich noch sinnvoll oder war es das jemals?

“Individuelle Förderung der Betroffenen”

Die Ehrenrunde wurde jedenfalls 1870 an den deutschen Schulen eingeführt und sollte dafür sorgen, dass der Schüler noch einmal ein Jahr Zeit hat den Stoff zu wiederholen und zu vertiefen um das Klassenziel zu erreichen. Doch in der Realität sieht das meist anders aus, eine Studie hat ergeben, dass die schulischen Leistungen des Betroffenen sich zwar kurzfristig verbessern, doch meist dann im nächsten Jahr auch wieder rapide abfallen, viele Menschen sehen eine alternative Lösung zum Sitzenbleiben daher in einer individuellen Förderung:

„Dadurch, dass der Schüler den Lernstoff lediglich ein zweites Mal hört, versteht er ihn nicht zwangsweise. Eine Klassenwiederholung ist nur sinnvoll, wenn der Schüler parallel gezielt und individuell gefördert wird“, erklärt Dr. Cornelia Sussieck, Vorsitzende des VNN (Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen).

5,1 Milliarden Euro aus Steuergeldern

Der „Sitzenbleiber-Atlas Deutschland“ macht auch deutlich: Die Sitzenbleiber belasten enorm den Steuerzahler, waren es 2009 noch 1 Milliarde, kosten diese im Jahre 2015 schon 5,1 Milliarden €.

Dr. Sussieck plädiert dafür, angesichts der hohen Kosten von 34.000 € pro Klassenwiederholer, dieses Geld lieber in die Vorbeugung oder in die zielgerichtete Förderung zu investieren.

Psychisch belastend
Auch aus rein psychologischer Sicht, ist das Sitzenbleiben für den Betroffenen meist ein Alptraum: Man ist in der neuen Klasse immer als der Schüler bekannt, “der es nicht gepackt hat”, man ist von seinen alten Schulkameraden getrennt und muss sich in einem neuen sozialen Umfeld zurechtfinden und behaupten.