So motivieren Lehrer ihre Schüler erfolgreich

Die Meisten kennen die maslowsche Bedürfnispyramide, die darstellt, dass Menschen danach streben, ihre körperlichen Bedürfnisse (Hunger, Durst, eine Behausung, medizinische Versorgung) zu stillen. Daneben gibt es psychische Bedürfnisse, die erfüllt werden wollen. Jeder Mensch sucht nach Wohlergehen, Freude, Anerkennung, Liebe, soziale Integration, neue Erfahrungen und ähnliches. Menschen meiden Misserfolg, Verachtung, Lieblosigkeit, Gleichgültigkeit, Angst, Langeweile etc.. Spätestens bei der Nennung von Langeweile und Angst sollten Lehrer, die ihre Schüler motivieren wollen, aufmerken.

Jeder Lehrer, der schon einmal vor einer gelangweilten Schülergruppe stand, macht sich Gedanken darüber, wie er seine Schüler motivieren kann.

Der Mensch ist von Geburt an dazu bestimmt zu lernen. Beobachtet man Babys und Kleinkinder, sieht man, dass sie täglich ohne extrinsische Motivation einen immensen Lernzuwachs zeigen.

Meist hält dies bis zum Schulbeginn an. Selbst bei der Einschulung sind fast alle Kinder ganz begierig, endlich das Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.

Selbstbestimmte Lernmotivation

Als Lehrer bleibt die Frage, wohin die Motivation im Laufe der Schulzeit verschwindet. Wie entsteht selbstbestimmte (intrinsische) Motivation? Hier kommen die psychischen Grundbedürfnisse wieder ins Spiel. Jeder Schüler strebt nach Autonomie und Selbstbestimmung, möchte kompetent und wirksam sein und möchte sich sozial eingebunden und zugehörig fühlen.
Erreicht der Lehrer für jeden Schüler diese Voraussetzungen, ist der Weg zur selbstbestimmten Lernmotivation geebnet .

So motivieren Sie Ihre Schüler

Im Folgenden finden Lehrer Anregungen, wie sie Schüler im Unterricht motivieren.

1. Setting

Die erste Voraussetzung für Lernmotivation ist eine anregende Atmosphäre und ein gutes Raumklima. Temperatur, Lichtverhältnisse, Sauerstoffgehalt und Platzverhältnisse müssen passen, wenn gelernt werden soll (Deswegen gab es lange Hitze frei). Unerlässlich ist auch ein Klima des sozialen Miteinanders, sodass jeder Schüler das Gefühl hat, in der Gruppe akzeptiert zu werden und für den Unterricht mitverantwortlich zu sein.

2. Einstieg

Zeigen Sie dem Schüler, warum der Lernstoff im Alltag für ihn relevant ist und wie der Lernstoff aufgebaut ist. Die Schüler haben so das Gefühl, besser in den Lernprozess eingebunden zu sein. Außerdem werden die Schüler den Unterrichtsstoff schneller lernen, wenn sie ihn mit bekanntem Wissen koppeln können und eine Struktur vorhanden ist. Wo möglich, bauen Sie Beispiele aus den Interessensgebieten der Schüler ein, um diese zusätzlich zu motivieren.

3. Informationsdarbietung

Vermittelt Sie als Lehrer den Lernstoff über möglichst verschiedene Sinnesorgane ( Filme, Versuche, Lieder, Bewegungsspiele). So bieten Sie dem Schüler einen abwechslungsreichen Unterricht.
Mehrere Hirnregionen werden angesprochen und das Gelernte wird so intensiver behalten.

4. Spannungsaufbau

Verpacken Sie den Lernstoff in spannende Geschichten, Anekdoten und Witze. Sie steigern nicht nur die Abrufbarkeit des Gelernten, sondern vermitteln auch, dass das Thema unterhaltend und spannend ist.

5. Methodenvielfalt

Der Frontalunterricht durch Sie als Lehrer sollte häufig durch Eigenrecherchen, Gruppenarbeiten, Referaten und Projekten unterbrochen werden. Auch ein Wechsel zwischen mündlichem und schriftlichem Arbeiten gehört zum Methodenmix dazu.

6. Externe Helfer

Laden Sie Menschen mit Berufen oder Hobbys passend zum Thema ein, damit sie aus der Praxis berichten können und die Alltagsrelevanz des Themas verdeutlichen.

Eltern können auch mit ins Boot genommen werden, um die Schüler zu motivieren. Punktepläne bei denen Tokens (Aufkleber, Stempel, Knöpfe o.ä.) gesammelt und später in Belohnungen umgetauscht werden, können sehr motivierend auf Schüler wirken.

7. Feedback

Lehrer verspüren Widerwillen, wenn sie sich von ihren Schülern bewerten lassen sollen. Ein konstruktives Feedback hilft jedoch, den Unterricht zu optimieren und schafft ein vertrauensvolles Verhältnis. Schüler haben das Gefühl mit ihren Wünschen und Meinungen ernst genommen zu werden und Sie erhalten wertvolle Anregungen.

8. Lern- und Motivationstypen

Betrachten Sie die Schüler als Individuen und behandeln Sie sie dementsprechend unterschiedlich. Allen Schülern ist jedoch gemein, dass sie ferne Ziele uninteressant finden. Das Lernen für ihr späteres Leben, motiviert sie kaum. Als Lehrer müssen Sie den Schülern zeitlich engere Ziele (Klassenarbeiten, Präsentationen, Referate) anbieten, um sie durch das ganze Schuljahr hinweg zu motivieren.

9. Loben

Loben Sie Ihre Schülern nicht nur für ihre Leistungen, sondern auch für das, was sie bereits können, für ihre Mitarbeit, Bemühungen und das aktuelle Tun. Machen Sie Ihren Schülern Mut, um sie im Lernprozess bis zum Schuljahresende bei der Stange zu halten. Besonders Schüler, die häufig Misserfolge erfahren mussten, haben wenig Vertrauen in ihre Leistungen. Als Lehrer werden Sie immer irgendetwas finden, das Sie lobenswert erwähnen können (saubere Schrift, Heftführung), um den Schüler zu ermutigen und motivieren.

10. Motivationskiller

Vermeiden sie als Lehrer negative Emotionen wie Unlust, Langeweile, Stress, Überforderung oder gar Angst. Diese Gefühle lassen Motivationen sofort und nachhaltig verschwinden.

Erfolg beflügelt

Neben diesen Hilfen zur Motivation, beflügelt die Schüler nichts mehr als Erfolge. Deshalb sollte in die Notengebung immer auch die Bemühungen und der Fleiß des Schülers eingehen. Eine individuelle schriftliche Ermutigung unter einer Note, kann selbst negative Noten in ein milderes Licht rücken und wieder neu motivieren.

Natürlich kann es passieren, dass Lehrer auf Schüler treffen, die schon so viele Misserfolge erleben mussten, dass sie in ihrer Rolle als Lernverweigerer feststecken und keine Motivation aufbringen können. Dann sollte der Lehrer den Eltern zu einer Beratung bei einem Schulpsychologen raten