Strafzettel aus dem Ausland vollstreckbar

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Urlaubstipp – Knöllchen im Ausland sind vollstreckbar

Andere Länder, andere Sitten. Viele Urlauber finden es deshlab nicht unbedingt tragisch wenn man eine Regel einmal nicht kennt oder sie zwangsläufig übersieht.
Die örtlichen Ordnungshüter sehen das unter Umständen aber ganz anders. Man wird relativ schnell “zur Kasse“ gebeten aber nicht immer muss man das Knöllchen sofort und in bar vor Ort bezahlen.

Je nachdem was man im Straßenverkehr falsch gemacht hat kann es richtig teuer werden.
Beispiele:
Während der Autofahrt telefoniert muss in Deutschland mit 60 € Bußgeld rechnen, in Dänemark werden es allerdings dann schon 200 € und in den Niederlanden sogar 230 €. Spitzenreiter bei den Bußgeldern für den fehlenden Gurt ist Großbritannien, dort kostet diese kleine Vergesslichkeit immerhin bis zu 700 € während in Deutschland lediglich 30 € fällig werden.
Oftmals werden diese Bußgelder nach dem Urlaub vergessen.  Bislang war dies nicht weiter tragisch, wurden doch die Bußgelder von Touristen nicht vollstreckt, bzw. beigetrieben. So konnte man das ganze aussitzen wenn man wollte.
Problematisch wird es aber wenn man das Land dann noch einmal bereisen will: Denn die örtlichen Ordnungshüter haben zum Teil andere Befugnisse als unsere deutschen Beamten. Da kann es schon einmal passieren dass sie in eine Verkehrskontrolle geraten und anschließend zu Fuß weitergehen weil man ihnen das Auto zur Sicherung der Ansprüche des jeweiligen Landes stillgelegt hat. Im Erhebungsland bleiben die Bußgeldbescheide weiterhin vollstreckbar. Und dies mit unterschiedlichen Verjährungsfristen wie zum Beispiel in Spanien vier Jahre, in Italien fünf Jahre.
Zudem können Bußgelder innerhalb der EU ab einer Grenze von 70 € in Deutschland zwangsweise beigetrieben werden. Ganz besonders unseren Nachbarn in den Niederlanden machen hiervon regen Gebrauch. Diese Grenze bezieht sich übrigens nicht ausdrücklich nur auf das Bußgeld, sondern inklusive der jeweiligen Verwaltungsgebühren. Bei dem Bußgeld von zum Beispiel 60 € ist die zuvor genannte Grenze mit Verwaltungsgebühren sehr schnell erreicht. Mit Österreich besteht zum Beispiel ein Abkommen das dort bereits ab 25 € in Deutschland vollstreckt werden darf.
Tröstlich ist in diesem Zusammenhang das ausgesprochene Fahrverbote nur im jeweiligen Land Gültigkeit haben und auch etwaige Einträge im Verkehrsregister betreffen Deutschland nicht.

 

Fazit: Sollten Sie nach ihrer Heimkehr nichts mehr von dem Bußgeldbescheid hören können Sie das ganze meist aussitzen wenn Sie das wollen. Reisen sie jedoch kurzfristig wieder in das Land ein lohnt eine Begleichung ihrer Schuld jedem Fall.
Aber das beste wäre sich vor Urlaubsantritt über die Verkehrsregeln des Urlaubslandes zu erkundigen ;)