Studenten korrigieren Klassenarbeiten für Lehrer

Lehrer verbringen sehr viel Zeit damit, Klassenarbeiten zu korrigieren. In Chicago hat ein Start-up Unternehmen das Problem aufgegriffen. Alle Lehrer, die das Korrigieren als lästig empfinden und ihre Zeit sinnvoller nutzen möchten, können nun einen Korrigier-Service in Anspruch nehmen. Für ca. zehn Dollar in der Stunde werden die Klassenarbeiten von Lehramtsstudenten korrigiert.

Die Arbeit auslagern

„The Graide Network“ ist der Name der Seite, an die Lehrer ihre Unterlagen schicken können. Dabei handelt es sich neben den gestellten Aufgaben ebenso um Informationen über die Klasse. Das System schlägt daraufhin Kandidaten vor, die für das Korrigieren der Klassenarbeiten infrage kommen würden. Nach dem Aussuchen eines Studenten werden die Klassenarbeiten eingescannt und hochgeladen. Im Anschluss dauert es ca. drei bis vier Tage, bis sie korrigiert sind. Neben den Korrekturen wird ein individuelles Feedback mitgesendet.

Enorme Entlastung?

Lehrer, die über die Nutzung dieses Services nachdenken, halten es für eine gute Idee. Die Korrektur von Klassenarbeiten nimmt viel Zeit in Anspruch. Wird dies ausgelagert, wäre Zeit übrig, um einen intensiveren Unterricht vorzubereiten oder sich genauer mit einzelnen Schülern zu befassen.
Die meisten Lehrer würden aber keine regulären Klassenarbeiten einsenden. Bei einem Englisch-Aufsatz würden sie allerdings keine Probleme sehen. Ihrer Meinung nach würden die Schüler sogar davon profitieren, wenn ein Muttersprachler die Arbeiten korrigiert. Zudem ist es für die meisten Lehrer die diesen Service nutzen selbstverständlich, dass sie die Aufsätze trotz Korrektur vor der Rückgabe selbst lesen würden.

In Deutschland erlaubt?

Das Unternehmen sieht keine Probleme darin, dass deutsche Lehrer ihr System nutzen. Der Datenschutz steht allerdings einer tatsächlichen Nutzung im Weg.
Torsten Heil, Sprecher der Kultusministerkonferenz, nimmt ganz klar Stellung dazu. Die Nutzung eines Korrekturservices ist laut ihm in Deutschland nicht möglich. Die Korrektur und die Leistungsbewertung von Schülern und ihren Arbeiten obliegt alleine dem Lehrer. Sie wissen, welchen Stoff sie tatsächlich im Unterricht vermittelt haben. Sie kennen die Schüler und können die Leistungen deshalb einschätzen. Ein externes Unternehmen ist für diese Aufgabe nicht geeignet.

Einige Lehrer sind trotzdem der Auffassung, dass es sich um eine Unterstützung handeln würde, die letztendlich den Schülern zugute kommen würde.