Zusatzqualifikationen für Referendare

Förderinitiative „Leistung macht Schule“

Das Referendariat und die erste Zeit im Schuldienst sind lernintensive Phasen im Leben eines Lehrers. Trotzdem lohnt es sich von Anfang an, das Spektrum des eigenen Know-Hows zu erweitern. Zusatzqualifikationen können die Chancen eines Referendars, von einer Schule angestellt zu werden, stark beeinflussen. Sie zeigen, dass der angehende Lehrer prinzipiell engagiert ist und wo seine Fähigkeiten liegen. Besonders im Hinblick auf Letzteres sollten Referendare bei der Auswahl der Zusatzqualifikationen darauf achten, ihre Stärken und Neigungen zu berücksichtigen. Neben dem großen Angebot an Zusatzqualifikationen lohnt es sich, die kostenlosen Fortbildungen des Vorbereitungsdienstes zu nutzen. Im folgenden Text werden einige interessante Zusatzqualifikationen vorgestellt.

Schwimmschein/ Rettungsschwimmer

Der Schwimmschein wird von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verliehen und befähigt zur Rettung von verunglückten Schwimmern. Der Erwerb dieser Zusatzqualifikation ist unabhängig von den gewählten Unterrichtsfächern. Da immer mehr Kinder bei Schuleintritt nicht schwimmen können, sind Lehrer mit Schwimmschein sehr gefragt. Allerdings fordern manche Schulen, dass der Schein alle zwei Jahre erneuert wird.
Erste-Hilfe-Ausbilderschein
Wer einen Erste-Hilfe-Schein gemacht hat und als Rettungshelfer tätig ist, kann einen Ausbilderschein erwerben, um selbst Schüler zu Ersthelfern auszubilden.

Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Im DaZ-Unterricht unterstützt der Lehrer Schüler, die eine andere Muttersprache haben, in ihrem Spracherwerb. Zu Zeiten, in denen immer mehr Geflüchtete in den Schulen unterrichtet werden, ist der DaZ-Unterricht wichtig, damit die mangelnden Sprachkenntnisse kein Hindernis bei der Integration und der Schulausbildung darstellen. In vielen Bundesländern gehört die DaZ-Zusatzqualifikation zum Angebot des Vorbereitungsdienstes.

Mediation/Konfliktmanagement

Der Alltag in der Schule ist von zwischenmenschlichen Konflikten geprägt. Die Mediatoren haben zum einen die Aufgabe, Konflikte schlichten und Fälle von Mobbing zu verhindern oder zu klären. Zum anderen bilden Mediatoren Schüler zum Streitschlichter aus und unterstützen sie bei ihrer Tätigkeit.

Medienkompetenz und Soziale Netzwerke

Eine Zusatzqualifikation im Bereich der neuen Medien ist sinnvoll für Referendare, die sich für den Einsatz von Computern, Apps, Smartphones und Whiteboards begeistern. Der sichere Umgang mit neuen Medien gehört zu den wichtigsten Schlüsselqualifikationen der Schüler. Dabei ist neben der Vermittlung von Basiswissen im Umgang mit digitalen Medien auch wichtig, Kindern und Jugendlichen deren Grenzen und Gefahren aufzuzeigen.

Inklusive Pädagogik

Um Inklusion an den Schulen umzusetzen, werden Experten vor Ort gebraucht, die diesen Prozess unterstützen und vorantreiben. Eine Zusatzqualifikation in diesem Bereich befähigt dazu, inklusiv zu unterrichten und die Schulen bei auftretenden Fragen und Problemen zu beraten.
Bei dieser Zusatzqualifikation sollte beachtet werden, dass es unterschiedliche Richtinien in den Bundesländern gibt.

Darstellendes Spiel

In einigen Bundesländern wird „Darstellendes Spiel“ als Unterrichts- oder Wahlpflichtfach angeboten. Darüber hinaus bieten viele Schulen Theater-AGs an und suchen Lehrer, die mit Schülern Theaterstücke einüben und aufführen können.

Bilinguale Angebote

Referendare, die neben ihrem Unterrichtsfach eine Sprache studiert haben, können sich dafür qualifizieren, bilingual zu unterrichten.

Kurse zur Lese-Rechtschreibschwäche/ Rechenschwäche

Die Förderung von Schülern mit Teilleistungsschwächen wird oft im Bereich der Sonderpädagogik angesiedelt. Trotzdem können solche Kurse Grundschullehrern und Lehrern an den weiterführenden Schulen helfen, diese Schwächen frühstmöglich zu erkennen und die Betroffenen bestmöglich zu fördern.

Begabtenförderung

Lehrer sollen ihre Schüler fördern aber auch fordern. Nicht jede Stadt hat ein Zentrum bzw. jede Schule eine Klasse, um hochbegabte Schüler zu fördern. Deshalb versuchen viele Schulen, besondere Projekte für begabte Schüler anzubieten: erweiterter Musik- oder Sportunterricht, MINT-Gruppen und bilingualer Unterricht sollen ein weitgefächertes Spektrum bieten. An manchen Hochschulen haben Studierende die Möglichkeit, in solchen Projekten mitzuarbeiten, damit sie auf diesem Gebiet Erfahrungen sammeln können.

 

Interessiert sich ein Referendar für Zusatzqualifikationen, lohnt es sich, neben den oben genannten Angeboten auch an die bestehenden eigenen Interessen zu denken. Viele Hobbys können den Unterricht bereichern und haben den Vorteil, dass der Lehrer schon über viel Wissen auf deren Gebiet verfügt und sich für das Thema begeistert. Dabei ist egal, ob sich das Hobby um Sport, Musik, Kunst, Natur oder Fotografie und Technik dreht.
Außerdem sollte über den Zusatzqualifikationen nicht vergessen werden, dass der Nachweis von Erfahrungen noch wertvoller als Zusatzqualifikationen sein kann. Angehende Lehrer, die bereits in der Ganztagsschule ausgeholfen, Nachhilfe gegeben oder Gruppen geleitet haben, zeigen auch, dass sie engagiert und ein Gewinn für jede Schule sind.