Die Öffnungsklausel in der privaten Krankenversicherung

Die Aufnahme für einen Beamten in die private Krankenversicherung (zur Ergänzung der Beihilfe) ist abhängig vom Gesundheitszustand der versicherten Person(en).
Für Personen mit Vorerkrankungen, welche üblicherweise einen hohen Risikozuschlag erfordern oder aber den Abschluss verhindern, bieten die meisten privaten Krankenversicherer eine sogenannte „Öffnungsaktion“. Die Teilnahme an dieser Öffnungsaktion ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden und machen nicht bei jeder Vorerkrankung Sinn.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen zur Teilnahme an der Öffnungsaktion:

1. Der Antragsteller muss zum berechtigten Personenkreis gehören (hierzu zählen zum Beispiel Beamte auf Probe und Beamte auf Lebenszeit sowie deren berücksichtigungsfähige Angehörige). Beamte auf Widerruf gehören ausdrücklich nicht zum berechtigten Personenkreis!
2. Der Beihilfeberechtigte darf nicht schon im Besitz einer privaten Krankenvollversicherung sein. Nur Beamten Anfänger (Beamte auf Widerruf) dürfen bereits in einem Basistarif versichert sein, wenn sie beim Abschluss des Basistarifs schon Beamte auf Widerruf waren und deshalb noch nicht die Öffnungsklausel in Anspruch nehmen konnten.
3. Der berechtigte Personenkreis sind: Beamte auf Probe, Beamter auf Zeit, Beamter auf Lebenszeit, Richter mit Anspruch auf Beihilfe, Geistliche mit Anspruch auf Beihilfe, alle Dienstordnungsangestellten der Sozialversicherungsträger und Berufsgenossenschaften, Berufsanfänger mit Anspruch auf Beihilfe im Bereich der Sparkassen, Landesbanken oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Bankinstituten, die Abgeordneten des europäischen Parlaments die aufgrund von Art. 18 Abs. 1 einen beihilfeähnlichen Anspruch haben.

Fristen

Bei der Antragstellung zur Teilnahme an der Öffnungsaktion sind bestimmte Fristen einzuhalten:
Für Beamtenanfänger gelten sechs Monate nach erstmaliger Verbeamtung. Entscheidend ist der Beginn des Beamtenverhältnisses.
Für Zeitsoldaten und Berufssoldaten, Polizeibeamte und Feuerwehrbeamte mit Anspruch auf Heilfürsorge  gilt ebenfalls eine sechsmonatige Frist ab Erhalt der truppenärztlichen Versorgung oder der Heilfürsorge.
Für noch freiwillig gesetzlich versicherte Beamte gelten keine Fristen, hier ist eine Antragstellung jederzeit möglich, vorausgesetzt das dem Dienstverhältnis keine Verbeamtung auf Probe vorangegangen ist.
Für die Angehörigen von Beamtenanfängern oder bei der Eheschließung von bereits privat versicherten Beamten gilt ebenfalls eine sechsmonatige Frist ab der ersten Berücksichtigungsfähigkeit in der Beihilfe.
Für Angehörige von freiwillig gesetzlich versicherten Beamten gilt eine Frist von zwölf Monaten nach dem Wechsel des Beihilfeberechtigten in die private Krankenversicherung und ausdrücklich nur bei demselben Versicherer.

Eingeschränkter Versicherungsschutz

Achtung: Eingeschränkter Versicherungsschutz!
Der Versicherungsschutz in Verbindung mit der Öffnungsaktion basiert auf den Leistungen der Beihilfe, erweitert diese aber nicht. Die gewährten Erstattungssätze des Tarifs sind deshalb so ausgelegt das sie, gemeinsam mit der Beihilfe, nicht mehr als 100 % betragen. Höhere Erstattungssätze oder eine Doppelversicherung gelten der Öffnungsaktion nicht. Dies ist insbesondere wichtig für den Bereich der wahlärztlichen Leistung oder der Unterbringung im ein-oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Nur wenn die Beihilfe der berücksichtigungsfähigen Personen diese Leistung erbringt werden diese auch im Rahmen der Öffnungsaktion mit in den Versicherungsschutz integriert.

Unter den gegebenen Voraussetzungen, und je nach Erkrankung, kann es also Sinn machen zunächst einmal in einem ausführlichen Onlinevergleich zu überprüfen ob man mit einem normalen Tarif und ohne Nutzung der Öffnungsklausel nicht gegebenenfalls besser und zu fast gleichen Konditionen versichert werden kann.
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