Leistungsumfang der Pflegeversicherung für Beamte

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Seit dem 01.01.2017 tritt die neue Regelung für Pflegebedürftigkeit in Kraft.

Seit dem 01.01.2017 tritt die neue Regelung für Pflegebedürftigkeit in Kraft. Bis Dezember 2016 gab es drei Pflegestufen, diese wurden nun ersetzt durch fünf Pflegegrade, ein neues Begutachtungsverfahren sowie aktualisierte Leistungsbeiträge.

Warum wurde das Gesetz zur Pflegebedürftigkeit zum 01.01.2017 geändert?

Das Gesetz zur Pflegebedürftigkeit wurde vorrangig geändert um Menschen mit Demenz besser zu berücksichtigen, diese erhielten zumeist weniger oder bis zum Jahre 2012 fast gar keine Leistungen der Pflegekassen. Denn die bisherigen drei Pflegestufen berücksichtigten zumeist nur körperlich erkrankte Menschen die ihren Umständen entsprechend Hilfe bei der Ernährung, Mobilität oder der Körperpflege benötigten. Durch das neue Gesetz zur Pflegebedürftigkeit existiert nun eine leistungsrechtliche Gleichstellung. Demenzkranke und körperlich erkrankte Menschen erhalten ab nun die gleichen Leistungen.

Und keine Sorge: Wurde Ihnen bereits eine anerkannten Pflegestufe nach der alten Gesetzeslage zugewiesen, müssen Sie sich nun nicht erneut einer Begutachtung unterziehen. Ihre alte Pflegestufe wird automatisch durch den neuen Pflegegrad ersetzt.

Was zahlt die Pflegeversicherung?

Der Leistungsumfang der Pflegeversicherung richtet sich nach der Einstufung der pflegebedürftigen Person in eine der fünf Pflegegrade und danach ob die Person ambulant oder stationär gepflegt werden muss.

Dabei gelten zwei Grundsätze:

  1. „Vorsorge und Wiederherstellung der Gesundheit vor Pflege“
  2. „ambulante Pflege vor stationärer Pflege“.

 

Häusliche Pflege

Die häusliche Pflege hat Vorrang vor einer stationären Unterbringung. Aus diesem Grund legt das Gesetz seinen Schwerpunkt auf die Leistungen, die die Bedingungen für die häusliche Pflege verbessern und die Pflegenden entlasten. Die Höhe der häuslichen Pflegeleistungen richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe. In der sozialen Pflegeversicherung steht dem Pflegebedürftigen ein Wahlrecht zwischen der Sachleistung und der Geldleistung zu. Auch eine Kombination von Sach- und Geldleistungen ist möglich. Darüber hinaus leistet die Pflegeversicherung auch für Pflegehilfsmittel, gewährt Zuschüsse zum pflegebedingten Umbau der Wohnung und stellt unentgeltliche Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen.

Stationäre Pflege

Ist eine stationäre Pflege erforderlich, so zahlt die Pflegeversicherung monatlich für die pflegebedingte Aufwendungen. Um Härtefälle zu vermeiden, stehen für Schwerstpflegebedürftige ausnahmsweise ein zusätzlicher Beitrag monatlich zur Verfügung. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung muss der Versicherte selbst tragen.

Leistungen bei häuslicher Pflege / ambulante Geldleistungen – Pflegegrad 1,2,3,4 und 5

Pflegegeld

Pflegegeld für Pflegegrad 1 monatlich 125 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 2 monatlich 316 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 3 monatlich 545 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 4 monatlich 728 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 5 monatlich 901 Euro

Pflegesachleistungen ambulant

Pflegesachleistungen für Pflegegrad 1 monatlich 0 Euro
Pflegesachleistungen für Pflegegrad 2 monatlich 689 Euro
Pflegesachleistungen für Pflegegrad 3 monatlich 1298 Euro
Pflegesachleistungen für Pflegegrad 4 monatlich 1612 Euro
Pflegesachleistungen für Pflegegrad 5 monatlich 1995 Euro


Leistungen bei stationärer Pflege / stationärer Leistungsbetrag – Pflegegrad 1,2,3,4 und 5

Pflegegeld

Pflegegeld für Pflegegrad 1 monatlich 125 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 2 monatlich 770 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 3 monatlich 1262 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 4 monatlich 1775 Euro
Pflegegeld für Pflegegrad 5 monatlich 2005 Euro

Bisherige Regelung der Pflegebedürftigkeit bis 31.12.2016

Pflegestufe 1- bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf
Pflegegeld   monatlich   316 Euro Pflegesachleistungen    monatlich   689 Euro.
Pflegestufe 2- bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf
Pflegegeld   monatlich   545 Euro Pflegesachleistungen   monatlich   1.298 Euro
Pflegestufe 3 Liegt bei dem Pflegebedürftigen die Pflegestufe 3 vor und ist zudem ein besonders intensiver und hoher Aufwand für die tägliche Pflege notwendig, können Sie die sogenannte Härtefallregelung beantragen. Leistungen der Urlaubspflege und Verhinderungspflege für bis zu 4 Wochen im Jahr a) bei erwerbsmäßiger Verhinderungspflicht Pflegestufe 1-3  = 1550 Euro b) bei Pflege durch Familienangehörige und sonstige nicht erwerbsmäßig tätige Personen Pflegestufe 1-3  =  in Höhe des Pflegegeld bzw. bei nachgewiesenen Aufwendungen (Fahrkosten u.s.w.) der Pflegeperson bis zu 1550 Euro in Pflegestufe 1-3 Tages- und Nachtpflege in einer teilstationären Vertragseinrichtung monatlich bis zu Stufe I Stufe II Stufe III Pflegestufe 1 =  450 Euro Pflegestufe 2 = 1100 Euro Pflegestufe 3 = 1550 Euro Kurzzeitpflege für bis zu vier Wochen im Jahr in einer vollstationären Einrichtung bis zu Pflegestufe 1 =  1023 Euro, Pflegestufe 2 = 1279 Euro Pflegestufe 3 = 1550 Euro.

Weitere Informationen rund um die Pflege finden Sie hier:

Pflegebedürftigkeit

Pflegeversicherung