Die Pflegeversicherung für Beamte und Beamtenanwärter

Am 1. Januar 1995 wurde die Pflegeversicherung auch für Beamte und Beamtenanwärter als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eingerichtet.

Es gilt der Grundsatz:
Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, gehört der sozialen Pflegeversicherung an.

Privat Krankenversicherte und die Pflegeversicherung

Privat Krankenversicherte mit Anspruch auf allgemeine Krankenhausleistungen mussten ab 1. Januar 1995 eine private Pflegeversicherung abschließen.

Somit ist die Pflegeversicherung eine Pflichtversicherung.

Die Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung werden durch Beiträge finanziert, wobei sich die Beitragshöhe nach dem jeweiligen Einkommen richtet. Hierbei gelten auch dieselben Beitragsbemessungsgrenzen wie bei der Krankenversicherung.

Seit 1. Juli 1996 beträgt der Beitragssatz konstant 1,7 Prozent. Das Verfahren ist das Gleiche wie bei der gesetzlichen Krankenversicherung.
Wer als Beschäftigter freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, erhält von seinem Arbeitgeber als Beitragszuschuss die Hälfte des Beitrages, den er aus dem Arbeitsentgelt zur sozialen Pflegeversicherung zahlen muss.
Einen Beitragszuschuss in gleicher Hohe erhalten auch die Beschäftigten, die in der privaten Pflegeversicherung pflichtversichert sind. Unterhaltsberechtigte Kinder und Ehegatten sind im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert, wenn ihr monatliches Gesamteinkommen höchstens 325 Euro beträgt.

Bei Beziehern von Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Eingliederungsgeld, Eingliederungshilfe für Spätaussiedler, Unterhaltsgeld und Altersübergangsgeld werden die Beiträge von der Bundesanstalt für Arbeit übernommen.

Beamtinnen und Beamte, die im Pflegefall auch Anspruch auf Beihilfeleistungen haben, zahlen nicht mehr als die Hälfte dieser Höchstbeiträge. Die Beiträge gelten einheitlich für Männer und Frauen. Kinder sind wie in der sozialen Pflegeversicherung beitragsfrei mitversichert.
Bei der Versicherungspflicht der Pflegeversicherung gelten die für die Krankenversicherung geregelten Voraussetzungen.
Freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung haben die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht zu befreien.
Dem Antrag muss ein Nachweis eines gleichwertigen Vertrages bei einem privaten Pflegeversicherungsunternehmen beigefügt werden.
Sollten privat Krankenversicherte später einmal in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig werden, können sie den privaten Vertrag mit Wirkung vom Eintritt der Versicherungspflicht an kündigen.
Die private Pflegeversicherung muss gewährleisten, dass ihre Leistungen denen der sozialen Pflegeversicherung gleichwertig sind. Für Familien und ältere Versicherte muss die private Pflegeversicherung angemessene Bedingungen und Prämien anbieten.
Auch Beamtinnen und Beamte sind verpflichtet, eine private Pflegeversicherung abzuschließen – es sei denn, sie gehören der gesetzlichen Krankenversicherung an. Dabei handelt es sich um eine Restkostenversicherung, die die Beihilfe ergänzt.

FAQ zur Pflegeversicherung

und zur Pflegezusatzversicherung

1. Wann sollte ich eine private Pflegeversicherung abschließen?

Eine private Pflegeversicherung sollte bereits in jungen Jahren, so früh wie möglich abgeschlossen werden. Es findet bei der Antragstellung eine Gesundheitsprüfung statt, bei der Vorerkrankungen zu Beitragszuschlägen, Ausschlüssen oder auch zur Ablehnung führen können. Zudem gilt: Umso geringer das Eintrittsalter, desto niedriger ist der Beitrag.

2. Warum ist eine zusätzliche Pflegeversicherung sinnvoll für mich?

Die Kosten für die Pflege steigen immer weiter an, die Leistungen seitens des Staates allerdings nicht. Da auch die Anforderungen zum Erreichen eines hohen Pflegegrades immer größer werden, entstehen bei einer Pflegebedürftigkeit häufig finanzielle Engpässe innerhalb der Familie. Selbst bei Pflegestufe III können Betroffene für die Heimunterbringung mit höchstens 1.432 Euro von der gesetzlichen Rentenversicherung rechnen. Allerdings liegen die Heim- und Pflegekosten durchschnittlich bei 3.200 Euro, abhängig vom Bundesland. Die private Pflegezusatzversicherung ist daher für jeden sinnvoll, der seine Eltern, Kinder oder Enkel nicht mit den finanziellen Folgen der Pflegebedürftigkeit belasten möchte.

3. Erhalte ich einen Teil der Beiträge am Ende der Laufzeit zurück?

Die private Pflegezusatzversicherung ist eine Risikoabsicherung. Aus diesem Grund erhalten Versicherte nach Ablauf der Vertragslaufzeit ihre Beiträge nicht zurückerstattet, auch wenn sie keine Leistung in Anspruch genommen haben. Allerdings sind die Prämien für diese Absicherung gering, im Leistungsfall werden hingegen hohe Summen an die Versicherten ausbezahlt. [weiterlesen]

4. Kann ich die Beiträge zur Pflegezusatzversicherung steuerlich absetzen?

Die Beiträge für die private Pflegezusatzversicherung sind gemeinsam mit den Sozialversicherungsbeiträgen im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar.

5. Sind die Auszahlungen meiner Pflegerente steuerfrei?

Handelt es sich um die Rente aus einer reinen Pflegezusatzversicherung, ist die Auszahlung im Leistungsfall steuerfrei. Der Versicherte erhält lebenslang die dem Pflegegrad entsprechende Rentenzahlung ohne steuerliche Abzüge. [weiterlesen]

6. Bleiben die Beiträge während der Laufzeit gleich hoch?

Nein, da die private Pflegezusatzversicherung zu dem Zweig der Krankenversicherungen gehört, die auf versicherungsmathematische Veränderungen reagieren. Dementsprechend wird der Beitrag von den Gesellschaften nicht garantiert und darf nach oben wie auch nach unten korrigiert werden.

7. Was ist der Unterschied zwischen Pflegerenten-, Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung?

Die Pflegerentenversicherung zahlt dem Versicherten im Leistungsfall lebenslang eine monatliche Rente, die bei Vertragsbeginn vereinbart wurde.
Bei der Pflegetagegeldversicherung erhält der Betroffene pro Tag Pflegebedürftigkeit einen festgelegten Tagessatz. Das heisst man hat den vereinbarten Betrag zur freien Verfügung.
Die Pflegekostenversicherung hingegen beteiligt sich prozentual an den Pflegekosten. Dies bedeutet das auf Preissteigerung reagiert wird, indem die Versicherungsleistung entsprechend mit ansteigt.
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