Verbeamtung als Lehrer - Voraussetzungen und Ablauf

Verbeamtung als Lehrer/in: Die Voraussetzungen und der Ablauf

Wenn Sie eine Verbeamtung als Lehrer/in anstreben, werden folgende Voraussetzungen überprüft:

Die pädagogische und fachliche Tauglichkeit, die gesundheitliche Eignung, ein „sauberes“ Führungszeugnis und das entsprechende Eintrittsalter bei Dienstbeginn.

Verantwortlich für ein Dienstverhältnis als Beamter sind die jeweiligen Bundesländer. Somit gelten auch die landeseigenen Regelungen, Rechte und Pflichten des künftigen Beamten.

Folgende Einschränkungen werden bei einer Verbeamtung nicht akzeptiert:

  1. Schwere psychische Probleme. Hierzu gehören unter anderem, schwere Depressionen oder krankhafte psychische Störungen. (Verbeamtung trotz Psychotherapie ist möglich.)
  2. Erkrankungen der Wirbelsäule. Also zum Beispiel hinderlich für Krümmungen oder schwere Bandscheibenschäden.
  3. Erhöhter Body-Maß-Index (BMI). Der BMI sollte nicht über 35 liegen.

Je nach Gesundheitsamt gibt es gewisse „Ermessensspielräume“, allerdings nur in geringem Umfang. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den vorgenannten Punkten um keine abschließende Aufzählung handelt. Die erforderlichen Untersuchungen sind identisch zu denen der Berufung zum Beamten auf Widerruf.

Die Ausbildung, bzw. das Referendariat absolviert man als Beamter auf Widerruf (BaW). Bevor man jedoch Beamter auf Lebenszeit (BaL) wird, erfolgt kraft Gesetzes eine Verbeamtung auf Probe (BaP)

Verbeamtung als Lehrer/in auf Probe (BaP)

Die Verbeamtung auf Probe dauert üblicherweise 2-3 Jahre. Diese Dauer ist allerdings nicht ausdrücklich geregelt. Üblicherweise wird von der jeweiligen Schulleitung zum Ende der Regelprobezeit aufgrund der Leistungen und des Verhaltens der Lehrkraft ein Gutachten erstellt.

Grundlage dieses Gutachtens sind die Unterrichtsbesuche der Schulleitung, womit im Abschluss die „Verbeamtungsstunde“ gehalten werden kann, damit das zuständige Schulamt eine entsprechende Beurteilungsmöglichkeit hat.

Im Anschluss erfolgt dann durch einen Amtsarzt eine neuerliche Eignungsfeststellung. Zusätzlich muss ein polizeiliches Führungszeugnis eingereicht werden. Sobald alle Unterlagen eingegangen sind und den gesetzlichen Vorgaben genügen, erfolgt die Vereidigung als Beamter, welche üblicherweise durch die Schulleitung vorgenommen wird.

Hinweis: Da die Kriterien für die Auswahl von Beamten in den Bundesländern unterschiedlich sind, ist angeraten sich hinsichtlich dieser Kriterien bei den Kultusministerien der einzelnen Bundesländer zu erkundigen.

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Altersgrenze Verbeamtung – welche Höchstaltersgrenze gilt bei der Einstellung?

Baden-Württemberg:
In Baden-Württemberg werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres verbeamtet.

Bayern: 
In Bayern werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Berlin:
2004 wurde die Verbeamtung in Berlin leider abgeschafft. Im aktuelle Koalitionsvertrag der rot-grün-roten Regierung in Berlin hat die 2021 Landesregierung jedoch die Rückkehr zur Verbeamtung von Lehrkräften als Ziel festgehalten. Dieses Vorhaben wurde am 22.03.2022 im Senat beschlossen. Die Altersgrenze der Verbeamtung liegt nun bei 52 Jahren.

Brandenburg:
In Brandenburg werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 47. Lebensjahres verbeamtet.

Bremen:
In Bremen werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres verbeamtet (für den Vorbereitungsdienst).

Hamburg:
In Hamburg werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Hessen: 
In Hessen werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres verbeamtet.

Mecklenburg-Vorpommern:
In Mecklenburg-Vorpommern werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres verbeamtet.

Niedersachsen:
In Niedersachsen werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Nordrhein-Westfalen:
In Nordrhein-Westfalen werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres verbeamtet.

Rheinland-Pfalz:
In Rheinland-Pfalz werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Saarland:
Im Saarland werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Sachsen:
In Sachsen werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres verbeamtet.

Sachsen-Anhalt:
In Sachsen-Anhalt werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Schleswig-Holstein:
In Schleswig-Holstein werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres verbeamtet.

Thüringen:
In Thüringen werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 47. Lebensjahres verbeamtet.

[Stand: Juni 2022]

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Gesundheitliche Voraussetzung für die Verbeamtung als Lehrer

Das Gesundheitsamt wird in einer amtsärztlichen Untersuchung die Eignung der künftigen Lehrkraft feststellen. In dieser umfangreichen Untersuchung ist vorgegeben, dass keine Einschränkungen festgestellt werden dürfen, die für die Zukunft erwarten lassen, dass der Anwärter seinen dienstlichen Verpflichtungen nicht nachkommen kann.

Dies könnte zum Beispiel eine mögliche Dienstunfähigkeit sein. Dienstunfähig zu sein bedeutet, dass der Beamte vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst entlassen werden muss.

An einigen Beispielen möchten wir verdeutlichen welche Erkrankungen unter Umständen zu einer Versagung der Verbeamtung führen können.

Darunter fallen zum Beispiel Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Knochenapparates. Dies können sein:

– Morbus Bechterew,
– schwere Bandscheibenvorfälle,
– Skoliose oder
– Chondrose.

Oder eine Versagung der Verbeamtung aufgrund von Erkrankungen und Störungen der Psyche. Dies können unter anderem sein:

– Borderline Syndrom,
– dissoziative Störungen,
– Depressionen,
– Psychosen,
– posttraumatische Belastungsstörungen
– und andere mehr.

Weitere Informationen zur Verbeamtung trotz Psychotherapie.

Könnte Ihre Verbeamtung aufgrund von Übergewicht abgelehnt werden?
Hier wird die Grenze nach dem BMI-Wert gezogen, welche auf 35 (Adipositas 2. Grades) erhöht wurde, nachdem durch wissenschaftliche Studien belegt worden war, dass Frauen mit leichtem Übergewicht ein erheblich geringeres Mortalitätsrisiko haben als normalgewichtige Frauen. Sogar Frauen, die einen BMI von 31 bis 36 aufwiesen, haben demnach ein geringeres Mortalitätsrisiko als Männer mit einem BMI von 25 bis 32.
Der Dienstherr muss darüber hinaus auch bei einem BMI von über 35 in jedem einzelnen Fall gewichtige medizinisch fundierte Argumente aufzeigen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bei der zukünftigen Lehrkraft mit einer vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand zu rechnen ist. Das heißt, es ist nicht nur der Grad des Adipositas ausschlaggebend, sondern es müssen sonstige gesundheitliche Probleme (Bluthochdruck, Diabetes, etc.) für eine Ablehnung vorliegen.

Falls Sie die Befürchtung haben, dass Ihnen aufgrund gesundheitlicher Störungen eine Verbeamtung versagt bleibt, sollten Sie frühzeitig einen Vertrauensarzt oder aber das Gesundheitsamt aufsuchen, um sich dort beraten zu lassen. So haben Sie vielleicht noch die Möglichkeit, frühzeitig zu agieren, bzw. etwaigen Repressalien vorzubeugen.

Vor- und Nachteile der Verbeamtung | Info-Beihilfe
Der Status als Beamter bringt sicherlich viele Vorteile, wie Sicherheit sowie ein, verglichen mit den Renten, fast doppelt so hohes Ruhegehalt
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Sehr geehrte Damen und Herren,
der Artikel zum Thema Verbeamtung wahr sehr interessant,
ich habe eine Frage, undzwar ist es heute (2018) immer noch üblich, das Lehrer verbeamtet werden ?

Mit freundlichen Grüßen

Guten Tag Herr Houben,
uns ist keine geplante Änderung der derzeitigen Verfahrensweisen zur Verbeamtung bekannt.
Herzliche Grüße von der Nordsee
Ines Koch