
Der Test zeigt zwei Striche, von einem Moment auf den anderen ist vieles anders. Auf die erste Freude folgt oft eine ganze Reihe von Fragen: Was ist jetzt wichtig, welche Termine stehen an und worum sollten Sie sich früh kümmern? Dieser Beitrag begleitet Sie durch die ersten Schritte in der Schwangerschaft, von der Vorsorge über Ernährung und Beruf bis zur Frage der richtigen Absicherung. So starten Sie sicher und gut vorbereitet ins große Abenteuer.
Die Gewissheit ist da, erste wichtige Termine
Steht die Schwangerschaft fest, führt der erste Weg zu Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt. Dort wird die Schwangerschaft bestätigt, der voraussichtliche Geburtstermin errechnet und der Mutterpass ausgestellt. Dieses kleine Heft begleitet Sie bis zur Geburt und hält alle wichtigen Befunde fest. Bewahren Sie es gut auf und nehmen Sie es zu jedem Termin mit. Den ersten Termin vereinbaren Sie am besten rund um die fünfte bis sechste Woche, gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung.
Danach beginnt die regelmäßige Vorsorge. In einer unkomplizierten Schwangerschaft finden die Untersuchungen etwa alle vier Wochen statt, im letzten Drittel alle zwei Wochen. Drei größere Ultraschalluntersuchungen rund um die 10., 20. und 30. Woche gehören dazu. Umfang und Rhythmus sind bundesweit einheitlich geregelt. Einen neutralen Überblick über die einzelnen Untersuchungen bietet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf familienplanung.de.
Was in den ersten Wochen mit Ihrem Körper passiert
Gerade zu Beginn stellt sich der Körper stark um, das spüren viele Frauen deutlich. Müdigkeit, Übelkeit, ein Spannungsgefühl in der Brust oder ein verändertes Geruchsempfinden sind in den ersten Wochen häufig und in aller Regel kein Grund zur Sorge. Meist lassen diese Beschwerden nach dem ersten Drittel spürbar nach. Hören Sie auf sich, gönnen Sie sich Pausen und nehmen Sie Rücksicht auf das veränderte Tempo. Bei starken Schmerzen, Blutungen oder anhaltendem Erbrechen sollten Sie dagegen nicht abwarten, sondern Ihre Praxis ansprechen.
Gesund durch die ersten Wochen
Schon früh können Sie selbst viel für einen guten Verlauf der Schwangerschaft tun. Besonders wichtig ist Folsäure. Fachgesellschaften empfehlen, möglichst ab Kinderwunsch, spätestens aber mit Feststellung der Schwangerschaft, täglich zusätzlich Folsäure einzunehmen, in der Regel 400 Mikrogramm bis zum Ende des ersten Drittels. Das senkt nachweislich das Risiko für bestimmte Fehlbildungen. Darüber hinaus helfen einige einfache Grundsätze:
- Auf Alkohol und Zigaretten vollständig verzichten.
- Rohe und nicht durchgegarte Lebensmittel meiden, etwa rohen Fisch, rohes Fleisch und Rohmilchprodukte.
- Sich weiter bewegen, moderat und dem eigenen Befinden angepasst.
- Medikamente nur nach Rücksprache mit Ärztin oder Arzt einnehmen.
Wer unsicher ist, klärt offene Fragen am besten direkt beim nächsten Vorsorgetermin. Niemand erwartet, dass Sie von Anfang an alles wissen.
Beruf und Schutz: was jetzt für Sie gilt
Sobald Sie möchten, sollten Sie Ihren Arbeitgeber oder Dienstherrn über die Schwangerschaft informieren. Erst dann greifen die Schutzregeln. Für Arbeitnehmerinnen gilt das Mutterschutzgesetz mit einer Schutzfrist von sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten verlängert sich die Zeit danach.
Für Beamtinnen gelten die entsprechenden Mutterschutzverordnungen von Bund und Ländern. Die Schutzfristen sind vergleichbar, der wesentliche Unterschied liegt bei der Vergütung: Während Angestellte Mutterschaftsgeld und einen Arbeitgeberzuschuss erhalten, werden Beamtinnen ihre Dienstbezüge in dieser Zeit unverändert weitergezahlt. Die Einzelheiten regelt der jeweilige Dienstherr.
Versicherung und Kosten, je nach Lebenssituation
Wie die Kosten rund um Schwangerschaft und Geburt gedeckt sind, hängt davon ab, wie Sie versichert sind. Hier lohnt ein früher Blick, damit später keine Fragen offenbleiben.
Gesetzlich oder privat versichert
Gesetzlich Versicherte erhalten Vorsorge, Entbindung und Hebammenhilfe als Sachleistung über ihre Krankenkasse, ohne in Vorleistung zu gehen. Privat Versicherte rechnen die Leistungen nach ihrem Tarif ab und reichen die Rechnungen bei ihrer Versicherung ein.
Beihilfeberechtigt und verbeamtet
Für Beihilfeberechtigte übernimmt die Beihilfe einen Teil der Aufwendungen, der Rest läuft über die private Restkostenversicherung. Beihilfefähig sind unter anderem die Vorsorge nach den Mutterschafts-Richtlinien, die ärztliche Betreuung, die Entbindung und die Hebamme. Viele Dienstherren zahlen zusätzlich einen Pauschbetrag für die Erstausstattung des Kindes. Die genauen Sätze unterscheiden sich je nach Bund und Land. Was bei der Geburt eines Kindes im Einzelnen beihilfefähig ist, lesen Sie in unserem Ratgeber.
Früh klären sollten Sie außerdem, wie Ihr Kind nach der Geburt versichert wird. Ob Familienversicherung, private Kindernachversicherung oder Beihilfe, die passende Lösung hängt von Ihrer eigenen Absicherung ab. Eine Orientierung dazu gibt unser Beitrag, wie Ihre Familie versichert ist.
Unterstützung, die werdende Eltern kennen sollten
Rund um Schwangerschaft und Geburt stehen Ihnen zahlreiche Angebote zu, die Sie nutzen sollten. Dazu gehören die Begleitung durch eine Hebamme, Geburtsvorbereitungskurse und die regelmäßige Vorsorge.

Viele Krankenkassen bieten darüber hinaus eigene Programme und Informationen für werdende Eltern. Die familienorientierte BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER hat mit Ich werde Mama eine kostenfreie Inforeihe zusammengestellt, die Schritt für Schritt durch die Schwangerschaft führt, von den ersten Vorsorgeuntersuchungen über Ernährung und Bewegung bis zur Krankenversicherung des Babys.
Ein wichtiger Tipp vorweg: Kümmern Sie sich früh um eine Hebamme. In vielen Regionen sind die Plätze knapp, und wer rechtzeitig anfragt, hat die bessere Auswahl. Die Betreuung durch eine Hebamme steht Ihnen unabhängig von der Versicherungsform zu.

Checkliste: Ihre ersten Schritte auf einen Blick
- Schwangerschaft ärztlich bestätigen lassen und den Mutterpass erhalten.
- Vorsorgetermine vereinbaren und regelmäßig wahrnehmen.
- Folsäure einnehmen und auf eine gute Ernährung sowie den Verzicht auf Alkohol und Nikotin achten.
- Arbeitgeber oder Dienstherrn informieren, damit der Mutterschutz greift.
- Versicherungssituation prüfen und früh klären, wie das Kind abgesichert wird.
- Eine Hebamme suchen und einen Geburtsvorbereitungskurs ins Auge fassen.
Immer einen Schritt nach dem anderen
Die ersten Wochen einer Schwangerschaft bringen viele neue Aufgaben mit sich, aber keine davon müssen Sie auf einmal bewältigen. Wenn Sie die Vorsorge ernst nehmen, gut für sich sorgen und die organisatorischen Dinge nach und nach angehen, schaffen Sie die beste Grundlage für eine entspannte Zeit bis zur Geburt. Machen Sie den ersten Schritt und vereinbaren Sie Ihren ersten Vorsorgetermin. Alles Weitere ergibt sich von dort aus, ein Schritt nach dem anderen.
Bildnachweise: Foto 1 & 3: Amina Filkins – pexels.com | Foto 2 (Broschüre): BKK GS, Ridofranz – istockphoto.com
