Verbeamtung-als-Lehrer-Voraussetzung-Ablauf

Verbeamtung als Lehrer, Voraussetzungen und Ablauf?

Um als Lehrkraft  Beamter zu werden muss der Bewerber unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen. Diese Voraussetzungen setzen sich zusammen aus:

  • der pädagogischen und fachlichen Tauglichkeit,
  • einer gesundheitlichen Eignung,
  • einem „sauberen“ Führungszeugnis und
  • dem entsprechenden Eintrittsalter bei Dienstbeginn.

Verantwortlich für ein Dienstverhältnis als Beamter sind die jeweiligen Bundesländer. Somit gelten auch die landeseigenen Regelungen, Rechte und Pflichten des künftigen Beamten.

 

[Hier finden Sie die für Ihr Bundesland zuständige Beihilfestelle]

Die Ausbildung, bzw. das Referendariat absolviert man als Beamter auf Widerruf (BaW). Bevor man jedoch Beamter auf Lebenszeit  (BaL) wird, erfolgt kraft Gesetz eine Verbeamtung auf Probe (BaP).

Verbeamtung auf Probe (BaP)

Die Verbeamtung auf Probe dauert üblicherweise 2-3 Jahre, diese Dauer ist allerdings nicht ausdrücklich geregelt. Üblicherweise wird von der jeweiligen Schulleitung zum Ende der Regelprobezeit aufgrund der Leistungen und des Verhaltens der Lehrkraft ein Gutachten erstellt. Grundlage dieses Gutachtens sind die Unterrichtsbesuche der Schulleitung, womit im Abschluss die „Verbeamtungsstunde“ gehalten werden kann, damit das zuständige Schulamt eine entsprechende Beurteilungsmöglichkeit hat.
Im Anschluss erfolgt dann durch einen Amtsarzt eine neuerliche Eignungsfeststellung.  Auch muss ein polizeiliches Führungszeugnis eingereicht werden. Sobald alle Unterlagen eingegangen sind und den gesetzlichen Vorgaben genügen erfolgt die Vereidigung als Beamter, welche üblicherweise durch die Schulleitung vorgenommen wird.

Hinweis: da die Kriterien für die Auswahl von Beamten in den Bundesländern unterschiedlich sind, ist angeraten sich hinsichtlich dieser Kriterien bei den Kultusministerien der einzelnen Bundesländer zu erkundigen.

Altersgrenze Verbeamtung – welche Höchstaltersgrenze gilt bei der Einstellung?

Baden-Württemberg: Verbeamtet werden Lehrkräfte in Baden-Württemberg bis zum 42 Lebensjahr.

Bayern:  In Bayern werden Lehrer/innen bis zum Alter von 45 Jahren verbeamtet.

Rheinland-Pfalz:  In Rheinland-Pfalz werden Lehrkräfte bis zur Vollendung des 45 Lebensjahr verbeamtet.

Schleswig-Holstein: Lehrer/innen werden in Schleswig-Holstein grundsätzlich verbeamtet wenn die Altersgrenze
von 45 Jahren noch nicht überschritten wurde.

Mecklenburg-Vorpommern: Lehrer/innen in Mecklenburg-Vorpommern, werden immer, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, verbeamtet.  Allerdings darf das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet sein.

Hamburg: Lehrer/innen in Hamburg  werden bis zum Alter von 45 Jahren verbeamtet.

Hessen:  Hessen verbeamtet seine Lehrkräfte bis zum Alter von 50 Jahren.

Niedersachsen: In Niedersachsen ist für alle Lehrer/innen ein Beamtenverhältnis vorgesehen solange das Höchstalter von 45 Jahren noch nicht erreicht ist.

Nordrhein-Westfalen:  Auch Nordrhein-Westfalen verbeamtet seine Lehrkräfte. Allerdings liegt hier das Höchstalter bei nur 42 Jahren.

Bremen: In Bremen ist das Höchstalter für Lehrer/innen um verbeamtet zu werden auf 45 Jahre festgelegt.

Brandenburg: Die Verbeamtung ist in Brandenburg für Lehrer/innen bis zur Vollendung des 47. Lebensjahres möglich.

Berlin: Leider verbeamtet Berlin keine Lehrer/innen.  Es gibt aber eine Ausnahme: Lehrkräfte, die vor Ihrer Einstellung in Berlin bereits fünf Jahre in einem anderen Bundesland im Beamtenverhältnis tätig waren, werden auch in Berlin weiter im Beamtenverhältnis beschäftigt.

Rheinland-Pfalz:  Für die Verbeamtung von Lehrkräften in Rheinland-Pfalzkeine Altersbeschränkung

Saarland: Im Saarland ist das Höchstalter für Lehrer/innen um verbeamtet zu werden auf 45 Jahre festgelegt.

Sachsen-Anhalt: Nur neu einzustellende Lehrer/innen können in Sachsen-Anhalt den Beamtenstatus erlangen.  Das Höchstalter beträgt 45 Jahre.

Sachsen: Seit 2019 werden Lehrer/innen aller Schularten in Sachsen einheitlich im Eingangsamt A 13 verbeamtet.

Thüringen: Seit dem 1.8.2017 werden auch in Thüringen Lehrer/innen wieder verbeamtet. Das Höchstalter liegt bei 47 Jahren.

 

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Gesundheitliche Voraussetzung für die Verbeamtung als Lehrer

Das Gesundheitsamt wird in einer amtsärztlichen Untersuchung die Eignung der künftigen Lehrkraft feststellen. In dieser umfangreichen Untersuchung ist vorgegeben, dass keine Einschränkungen festgestellt werden dürfen die für die Zukunft erwarten lassen, dass der Anwärter seinen dienstlichen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Dies könnte zum Beispiel eine mögliche Dienstunfähigkeit sein. Dienstunfähig zu sein bedeutet, dass der Beamte vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst entlassen werden muss.

[Lesen Sie auch: Was zahlt mein Dienstherr bei Dienstunfähigkeit?]

An einigen Beispielen möchten wir verdeutlichen welche Erkrankungen unter Umständen zu einer Versagung der Verbeamtung führen können

Darunter fallen zum Beispiel Erkrankungen der Wirbelsäule oder des Knochenapparates. Dies können sein:

  • Morbus Bechterew,
  • schwere Bandscheibenvorfälle,
  • Skoliose oder
  • Chondrose.

Oder eine Versagung der Verbeamtung aufgrund von Erkrankungen und Störungen der Psyche. Dies können unter anderem sein:

  • Borderline Syndrom,
  • dissoziative Störungen,
  • Depressionen,
  • Psychosen,
  • posttraumatische Belastungsstörungen
  • und andere mehr.

[Lesen Sie auch: Verbeamtung trotz Psychotherapie?]

 

Könnte Ihre Verbeamtung aufgrund von Übergewicht abgelehnt werden?
Hier wird die Grenze nach dem BMI-Wert gezogen, welche auf 35 (Adipositas 2. Grades)  erhöht wurde nachdem durch wissenschaftliche Studien belegt worden war, dass Frauen mit leichtem Übergewicht ein erheblich geringeres Mortalitätsrisiko haben als normalgewichtige Frauen. Sogar Frauen, die einen  BMI von 31 bis 36 aufwiesen, haben demnach ein geringeres Mortalitätsrisiko als Männer mit einem BMI von 25 bis 32.
Der Dienstherr muss darüber hinaus auch bei einem BMI von über 35 in  jedem einzelnen Fall gewichtige medizinisch fundierte Argumente aufzeigen, dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit bei der zukünftigen Lehrkraft mit einer vorzeitigen Versetzung in den Ruhestand zu rechnen ist. Das heißt, es ist nicht nur der Grad des Adipositas ausschlaggebend, sondern es müssen sonstige gesundheitliche Probleme (Bluthochdruck, Diabetes, etc.) vorliegen.

Falls Sie die Befürchtung haben, dass Ihnen aufgrund gesundheitlicher Störung eine Verbeamtung versagt bleibt, sollten Sie frühzeitig einen Vertrauensarzt oder aber das Gesundheitsamt aufsuchen, um sich dort beraten zu lassen. So haben Sie vielleicht noch die Möglichkeit frühzeitig zu agieren, bzw. etwaigen Repressalien vorzubeugen.

Eignung zur Verbeamtung als Lehrer?