- Baden-Württemberg: Grundschullehrkräfte werden Stand 2026 regulär noch nach A12 besoldet, auch nach der jüngsten Landtagswahl.
- Rheinland-Pfalz: Die neue Landesregierung (ab Mai 2026) hat die schrittweise Anhebung auf A13 im Koalitionsvertrag verankert!
- Saarland: Umsetzung von A13 ist politisch stark diskutiert, verzögert sich jedoch weiterhin.
- Gehalts-Fakt: Der Verbleib in A12 bedeutet für Sie als Lehrkraft jeden Monat rund 400 bis 500 Euro brutto weniger im Vergleich zu A13.
Inhaltsverzeichnis
1. Ein historischer Schritt: Warum A13 für alle?
Liebe Lehramtsstudierende, Referendare und Lehrkräfte,
die Besoldung von Grundschullehrerinnen und -lehrern ist seit Jahren eines der wichtigsten bildungspolitischen Themen. Wenn Sie sich aktuell im Lehramtsstudium befinden oder als Beamter auf Probe (BaP) in den Schuldienst starten, haben Sie sich sicher schon gefragt, warum Lehrkräfte an Gymnasien oft besser bezahlt werden als an Grundschulen – obwohl das Studium mittlerweile in vielen Bundesländern gleich lang und anspruchsvoll ist.
Als sich die Gewerkschaften bereits 2020 mit der Landesregierung von Brandenburg auf eine Anhebung der Besoldungsstufen für Grundschullehrkräfte einigten, nannte Günther Fuchs (GEW) dies einen „historischen Schritt für die Anerkennung der Arbeit der Lehrer im Land.“ Seiner weiteren Aussage, „Das ist ein ganz wichtiger Durchbruch, der zu Schulfrieden führen wird“, konnten wir schon damals nur zustimmen.
Seitdem hat sich in Deutschland einiges getan. Viele Bundesländer haben nachgezogen und bezahlen ihre Grundschullehrkräfte mittlerweile nach A13. Doch der Flickenteppich bleibt auch im Jahr 2026 bestehen. Um sich in dieser Zeit abzusichern, sollten Sie sich als angehende Lehrkraft frühzeitig mit Themen wie der Beihilfe im Referendariat vertraut machen, um zumindest auf der Ausgabenseite gut aufgestellt zu sein.
2. Wie viel weniger verdienen Grundschullehrer in A12?
Eine der häufigsten Fragen, die uns Beamtenanwärter (BaW) und frisch gebackene Lehrkräfte stellen, lautet:
Die Antwort ist deutlich spürbar: Wer nach der Besoldungsgruppe A12 statt A13 bezahlt wird, verdient als Berufsanfänger rund 400 bis 500 Euro brutto pro Monat weniger. Auf ein ganzes Jahr hochgerechnet, inklusive Sonderzahlungen, entgehen Ihnen in A12 schnell über 5.000 bis 6.000 Euro brutto jährlich. Diese finanzielle Lücke schließt sich auch im weiteren Verlauf des Berufslebens (als Beamter auf Lebenszeit) nicht vollständig, da die Erfahrungsstufen in A12 durchweg niedriger angesetzt sind als in A13.
| Besoldungsgruppe | Ungefähres Grundgehalt (Einstieg 2026)* | Finanzieller Nachteil pro Monat |
|---|---|---|
| A 12 | ca. 4.200 – 4.300 € brutto | – 400 bis 500 € |
| A 13 | ca. 4.700 – 4.800 € brutto | Referenzwert |
*Werte können je nach Bundesland und familiärer Situation leicht abweichen.
3. Aktueller Stand 2026: BW, Rheinland-Pfalz und Saarland
Haben alle Bundesländer beim „Schulfrieden“ mitgezogen? Leider nein. Während in vielen Regionen Deutschlands die gerechte Bezahlung bereits Realität ist, hinken einige Bundesländer hinterher. Betrachten wir den aktuellen Stand im Mai 2026 für drei wichtige Nachzügler-Länder.
Baden-Württemberg: Weiterhin warten in A12
Baden-Württemberg gehört auch nach den Landtagswahlen im Frühjahr 2026 zu den letzten Bundesländern, in denen Grundschullehrkräfte regulär noch nach A12 besoldet werden. Die Eingruppierung führt weiterhin zu einer deutlichen finanziellen Schlechterstellung gegenüber Lehrkräften an weiterführenden Schulen.
Die politischen Entwicklungen: Das Thema war im Wahlkampf hochaktuell. Die Gewerkschaften (wie die GEW) fordern die Gleichstellung („A 13 für alle“) vehement ein. Obwohl der Druck auf die Landesregierung wächst, gibt es noch keinen verbindlichen Stufenplan.
Gehaltsanpassungen: Auch für Beamte in A12 steigen die Bezüge im Zuge der Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst, um die Inflation zumindest teilweise auszugleichen. Die Erhöhungen erfolgen schrittweise. Weitere Details finden Sie direkt bei der Tarifeinigung LBV BW. Dennoch: Die Lücke zu A13 bleibt vorerst bestehen.
Rheinland-Pfalz: Der Durchbruch ist geschafft!
Gute Nachrichten für alle Grundschullehrer in RLP: Im neuen Koalitionsvertrag der im Mai 2026 neu gewählten Landesregierung wurde endlich die schrittweise Anhebung der Besoldung für Grundschullehrkräfte auf A13 vereinbart. Die Bildungsgewerkschaften feiern dies als enormen Durchbruch. Wenn Sie in RLP in den Schuldienst starten, können Sie künftig mit einer spürbaren finanziellen Entlastung rechnen. Denken Sie auch daran, parallel Ihre Krankenversicherungskosten durch die Wahl der richtigen privaten Krankenversicherung für Beamte zu optimieren.
Saarland: Politische Versprechen in der Warteschleife
Das Saarland ist weiterhin eines der wenigen Bundesländer, in denen die Lehrkräfte an Grundschulen auf ihre Höherstufung warten. Nach eigenen Plänen wollte die SPD-Regierung das Gehalt schrittweise in die Besoldungsgruppe A13 hochstufen. Es wurde jedoch schon vor Jahren angemerkt, dass man es sich angesichts der angespannten Haushaltslage kaum leisten könne.
Die Umsetzung verzögert sich folglich. Mit dem Handlungsdruck, der nun durch die Entscheidung im benachbarten Rheinland-Pfalz entsteht, bleibt abzuwarten, wie schnell die saarländische Politik diesen Nachteil für ihre eigenen Lehrkräfte ausgleichen wird.
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