Lehrer arbeiten zu viel

Das Lehrer zu viel arbeiten soll durch Arbeitszeiterfassung belegt werden

Es gibt viele Vorurteile über die Arbeitszeiten von Lehrern. Dementsprechend überrascht es die Meisten, wie sehr Lehrkräfte in ihrem Arbeitsalltag beansprucht werden. Der Deutsche Philologenverband möchte dies nun mit genauen Zahlen belegen und ruft deshalb alle Gymnasiallehrer zur Teilnahme an einer bundesweiten Studie auf.

„Lehrer müsste man sein“
„Lehrer haben mehrere Monate im Jahr Ferien“
„Lehrer arbeiten nur vormittags“

sind nur einige der Glaubenssätzen mit denen sich Lehrkräfte konfrontiert sehen – und rasch entkräftet werden können. So macht der reine Unterricht im Schulgebäude im Arbeitstag eines Lehrers nur einen Teil der Arbeit aus. Doch auch der restliche Tag ist reichlich gefüllt. Denkt man an Korrekturen, Elternabende, Besprechungen im Kollegium, Sportveranstaltungen und schulbezogene Ausflüge wird die hohe Beanspruchung schnell deutlich. Auch eine Übervorteilung mit freien Tagen findet nicht statt: Viele vermeintlich freie Tage werden mit Abschluss-/ und Vorbereitungsarbeiten, Korrekturen zu Schulabschlussprüfungen oder der Betreuung von schulischen Veranstaltungen verbracht.

Ursprung dieser Vorurteile ist die Tatsache, dass eben nur ein Teil der Arbeit für die Öffentlichkeit sichtbar im Schulgebäude stattfindet. Der nicht sichtbare – und oft größere Teil – des Lehrerberufs findet jedoch dort statt, wo er nicht wahrgenommen wird: Im heimischen Büro, bei Fortbildungen oder sonstigen außerschulischen Orten. Ansprüche an Lehrer steigen stetig Doch auch wenn nur Aktivitäten innerhalb der Schule betrachtet werden, steigen die Ansprüche stetig. Neben dem eigentlichen Unterricht wurden die Lehrkräfte mit einer Vielzahl weiterer Aufgaben und Vorhaben betraut, die eine erhebliche Mehrbelastung nach sich ziehen.

Dazu zählen insbesondere

“ Aktivitäten im Rahmen der Digitalisierung
“ Maßnahmen der Inklusion
“ die Entwicklung von Schulprogrammen
“ Nachbereitung des Unterrichts im Zuge der Qualitätsanalyse
“ das Erstellen von Förderplänen

Während andere Berufsgruppen, insbesondere im öffentlichen Dienst, in den letzten Jahrzehnten von kürzeren Arbeitszeiten profitieren konnten, sind die effektiven Arbeitsstunden unter den Lehrkräften sogar gestiegen. Bereits im Jahr 1999 konnte eine von der nordrhein-westfälischen Landesregierung in Auftrag gegebene Studie eine Mehrbelastung von ganzen 200 Stunden (was 5 Wochen entspricht) pro Jahr aufzeigen.

Die wenige Jahre später erstellte ‚Potsdamer Lehrerstudie‘ wies in diesem Zusammenhang sogar eine erhöhte psychische Belastung nach, die daraus resultierte. Forderungen an Politik und Dienstherren sind seitdem ungehört verhallt. Bundesweite Studie mit Gymnasiallehrern soll Klarheit schaffen. Für den Deutschen Philologenverband Grund genug, um eine aktuelle Datengrundlage zu schaffen. Dazu werden alle Gymnasiallehrer zur Teilnahme an einer neuen bundesweiten Studie unter dem Namen ‚Lehrerarbeit im Wandel‘ aufgerufen. Sie soll helfen, Forderungen an die Politik zu untermauern und konkrete Gegenmaßnahmen vorzuschlagen.

Untersucht werden soll insbesondere die tatsächliche Arbeitszeit, sowie Belastungen des Arbeitsalltags und Auswirkungen auf die Gesundheit. Der ordnungsgemäße Verlauf und wissenschaftliche Durchführung der Studie wird dabei vom angesehenen Institut für Präventivmedizin der Universität Rostock gewährleistet. Teilnehmen können erstmals alle Lehrkräfte an Gymnasien, unabhängig davon in welcher Trägerschaft sich die Schule befindet. Auch eine Mitgliedschaft im Philologenverband ist keine Voraussetzung für eine Teilnahme an der Befragung. Um eine möglichst breite Teilnahme zu ermöglichen, setzt der Philologenverband auf niedrige Eintrittsbarrieren. Der fortlaufend zu führende Fragebogen kann bequem online ausgefüllt werden. Die Datensicherheit wird, ähnlich dem Online-Banking, über ein TAN-Verfahren sichergestellt.

Start der Studie ist das erste Quartal dieses Jahres, der genaue Beginn hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Frühestens Mitte des Jahres sollen erste Ergebnisse vorliegen. Die Wichtigkeit dieser Studie wird bereits jetzt durch die Aussagen einiger Lehrkräfte unterstrichen. Für die Teilnahme bestünde ihrer Aussage nach schlicht keine Zeit.

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