Aktualisierungs-Stand: März 2026 – Redaktionell geprüft und auf dem aktuellsten Stand der Beihilfeverordnung und Besoldungstabellen für Schleswig-Holstein.
Das Referendariat in Schleswig-Holstein ist der letzte, entscheidende Praxis-Schritt auf Ihrem Weg zur voll ausgebildeten Lehrkraft. Zwischen Nord- und Ostsee erwartet Sie ein modern strukturiertes Ausbildungssystem, das vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) begleitet wird. Neben den pädagogischen Herausforderungen kommen nun auch wichtige bürokratische Entscheidungen auf Sie zu: Wie funktioniert die Beihilfe? Was bleibt netto von der Anwärterbesoldung übrig? Und welche Versicherungen sind jetzt wirklich wichtig?
Als Experten für den öffentlichen Dienst begleiten wir Sie transparent und verständlich durch diesen Dschungel, damit Sie sich voll und ganz auf Ihre Schüler und Ihre Lehrproben konzentrieren können.
Quick-Check: Fakten & Termine zum Referendariat SH 2026
- Dauer des Vorbereitungsdienstes: 18 Monate (für alle Lehrämter einheitlich)
- Einstellungstermine: 1. Februar und 1. August eines jeden Jahres
- Altersgrenze Verbeamtung: Die Vollendung des 45. Lebensjahres (§ 14 LBG SH)
- Besoldung (Anwärter): Zwischen 1.635 € (A12) und 1.668 € (A13) Grundbetrag
- Krankenversicherung: Sie haben die Wahl zwischen individueller Beihilfe (mit PKV) und der pauschalen Beihilfe (Zuschuss zur GKV).
Der Ablauf: Theorie und Praxis im IQSH
In Schleswig-Holstein durchlaufen alle angehenden Lehrkräfte einen 18-monatigen Vorbereitungsdienst. Dieser ist eng verzahnt: Sie unterrichten an Ihrer Ausbildungsschule und besuchen parallel die Studienseminare des IQSH. Nach einer kurzen Hospitationsphase starten Sie zügig in den eigenverantwortlichen Unterricht.
| Schulform in SH | Struktur & Besonderheiten im Referendariat |
|---|---|
| Grundschule | Fokus auf Primarstufenpädagogik, Diagnose und individuelle Förderung. Nach der Hospitation übernehmen Sie i.d.R. 10 bis 12 Stunden bedarfsdeckenden Unterricht. |
| Gemeinschaftsschule & Gymnasium | Ausbildung in Ihren zwei Fachrichtungen sowie in den Bildungswissenschaften. Es erfolgt eine Differenzierung zwischen Sekundarstufe I und II. |
| Berufsbildende Schulen (BBS) | Starke Einbindung der dualen Ausbildungspartner. Besondere Berücksichtigung der gewählten beruflichen Fachrichtungen und Lernfeldkonzepte. |
| Sonderpädagogik | Der Einsatz erfolgt an regionalen Förderzentren oder inklusiv arbeitenden Regelschulen. Im Zentrum steht die Erstellung von Förderplänen. |
Besoldung 2026: Ihr Gehalt im Referendariat
Mit der Ernennung zur Beamtin oder zum Beamten auf Widerruf erhalten Sie keine herkömmliche Ausbildungsvergütung, sondern sogenannte Anwärterbezüge. Diese richten sich nach der Besoldungsgruppe Ihres angestrebten Lehramts. Schleswig-Holstein hat die Besoldungstabellen für 2026 entsprechend der letzten Tarifrunden angepasst.
| Lehramt / Schulform | Einstufung | Grundbetrag 2026 (brutto) |
|---|---|---|
| Lehramt an Grundschulen | AW 12 (A 12) | ca. 1.635,50 € |
| Sekundarstufen, BBS, Sonderpädagogik | AW 13 (A 13) | ca. 1.668,20 € |
Familienzuschläge und Sonderzahlungen in SH
Neben dem Grundgehalt zahlt der Dienstherr unter bestimmten Voraussetzungen Zuschläge, die Ihr Bruttogehalt spürbar erhöhen:
- Familienzuschlag Stufe 1: Wenn Sie verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft sind, erhalten Sie monatlich ca. 158,00 € zusätzlich.
- Familienzuschlag Stufe 2: Sind Sie verheiratet und haben ein kindergeldberechtigtes Kind, steigt der Zuschlag auf insgesamt ca. 310,00 € im Monat.
- Weihnachtsgeld (Sonderzahlung): Schleswig-Holstein zahlt Anwärtern jährlich mit den Dezemberbezügen eine Sonderzahlung in Höhe von ca. 660,00 €.
Beihilfe vs. Heilfürsorge & PKV-Wahl
Ein häufiges Missverständnis gleich zu Beginn: Im Lehramt in Schleswig-Holstein erhalten Sie Beihilfe, keine freie Heilfürsorge. Heilfürsorge (100%ige Kostenübernahme durch den Dienstherrn) ist in der Regel Polizisten oder der Berufsfeuerwehr vorbehalten.
Als Lehramtsanwärter übernimmt die Beihilfestelle Schleswig-Holstein in der Regel 50 % Ihrer Krankheitskosten. Für die verbleibenden 50 % benötigen Sie eine private Krankenversicherung für Anwärter, die exakt auf diese Lücke zugeschnitten ist.
Unser Expertentipp: Vorsicht bei der Pauschalen Beihilfe!
Schleswig-Holstein bietet inzwischen die sogenannte „pauschale Beihilfe“ (Hamburger Modell) an. Das bedeutet, das Land zahlt Ihnen einen Zuschuss, wenn Sie freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleiben. Aber Vorsicht: Diese Entscheidung ist unwiderruflich für Ihre gesamte Beamtenlaufbahn! Die individuelle Beihilfe kombiniert mit einer günstigen PKV für Referendare kann langfristig günstiger und leistungstärker sein. Dies hängt aber von Ihrer
persönlichen Situation und Zukunftsplänen ab.
Vergleichen Sie Ihre Optionen in Ruhe über unsere Checkliste für Referendare.
Familie, Schwangerschaft und Elternzeit
Das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung legt in Schleswig-Holstein großen Wert auf die Vereinbarkeit von Vorbereitungsdienst und Familie. Werden Sie im Referendariat schwanger, gelten für Sie die vollumfänglichen Mutterschutzrichtlinien. Eine Unterbrechung durch Elternzeit ist problemlos möglich; Ihr Status als Beamter auf Widerruf bleibt bestehen.
Auch bei der Beihilfe ist Ihre Familie hervorragend abgesichert:
- Kinder im Referendariat: Für berücksichtigungsfähige Kinder übernimmt die Beihilfe sogar 80 % der Gesundheitskosten. Für das erste und zweite Kind erhalten Sie als Beamter zudem 70 % Beihilfebemessungssatz für sich selbst. (Ihre Kinder müssen nicht bei Ihnen versichert sein)
- Ehepartner: Verdient Ihr Ehepartner unter der Einkommensgrenze (in SH aktuell rund 20.878 € im vorletzten Kalenderjahr), hat er ebenfalls Anspruch auf 70 % Beihilfe durch das Land.
Amtsarzt, Schwerbehinderung & Quereinstieg
Bevor Sie Ihre Urkunde in den Händen halten, steht die Untersuchung durch den Amtsarzt an. Hier wird geprüft, ob gesundheitliche Bedenken gegen eine spätere Verbeamtung auf Lebenszeit sprechen. Für Menschen mit einer Schwerbehinderung (GdB ab 50) gelten erleichterte Bedingungen: Die gesundheitlichen Anforderungen sind abgemildert (Stichwort: Nachteilsausgleich) und die Altersgrenze für die Verbeamtung wird oft auf das 48. oder 50. Lebensjahr angehoben.
Der Quereinstieg in Schleswig-Holstein
In Mangelfächern (insbesondere MINT) und an Berufsschulen forciert Schleswig-Holstein den Seiteneinstieg bzw. Quereinstieg. Erfüllen Sie die Master-Voraussetzungen, absolvieren Sie ebenfalls einen Vorbereitungsdienst und werden regulär verbeamtet.
Wichtiger Beihilfe-Hinweis: Viele Quereinsteiger wissen nicht, dass sie ab dem ersten Tag der Sondermaßnahme beihilfeberechtigt sind. Daher ist ein rechtzeitiger Blick auf die Gesundheitsprüfung der PKV entscheidend. Nutzen Sie hierfür unseren Beihilfe-Check für Quereinsteiger.
Essenziell: Schutz bei Dienstunfähigkeit
Als Beamter auf Widerruf haben Sie noch keine Versorgungsansprüche gegenüber dem Dienstherrn, falls Sie aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr unterrichten können. Sie würden in die gesetzliche Rentenversicherung nachversichert – mit minimalen Ansprüchen. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter DU-Klausel für Beamte ist daher vom ersten Tag an existenziell wichtig.
Häufige Fragen (FAQ) zum Referendariat in Schleswig-Holstein
Wann enden die Bewerbungsfristen für das Referendariat in SH?
Für den Einstellungstermin am 1. Februar müssen Ihre Unterlagen in der Regel bis Mitte/Ende September des Vorjahres vorliegen. Für den Start am 1. August endet die Frist meist im März. Prüfen Sie die genauen Stichtage rechtzeitig auf der Seite des Bildungsministeriums SH.
Ist ein Teilzeit-Referendariat in Schleswig-Holstein möglich?
Ja. Wenn Sie familiäre Verpflichtungen haben, wie die Betreuung eines minderjährigen Kindes oder die Pflege eines pflegebedürftigen Angehörigen, können Sie einen Antrag auf Verlängerung des Vorbereitungsdienstes bei gleichzeitiger Reduzierung der Stundenzahl stellen.
Was passiert nach den 18 Monaten Vorbereitungsdienst?
Nach erfolgreich bestandenem Zweiten Staatsexamen können Sie sich auf freie Planstellen in Schleswig-Holstein (oder bundesweit) bewerben. Mit der Einstellung als Beamter auf Probe (BaP) erfolgt die Einstufung in die volle Besoldungsgruppe (meist A12 oder A13), was einen Gehaltssprung auf ca. 4.200 € bis 4.700 € brutto bedeutet.
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