Quick-Check: Referendariat Bremen
- Beginn: Meist zum 1. Februar und 1. August eines Jahres.
- Dauer: 18 Monate (regulär sowie beim Seiteneinstieg).
- Besonderheit: Das Modell der „Dualen Promotion“ ist möglich.
- Beihilfe Bremen: Wahlrecht zwischen pauschaler und individueller Beihilfe.
- Beihilfesätze: Grundsätzlich 50 %, ab dem 2. Kind 70 %.
- Besoldung 2026: Ca. 1.642 € bis 1.708 € (brutto) zzgl. Familienzuschläge.
1. Ablauf & Besonderheit: Die Duale Promotion
Der Vorbereitungsdienst im Land Bremen ist gut strukturiert und dauert für alle Lehrämter einheitlich 18 Monate. Die Ausbildung findet parallel an den Schulen und dem Landesinstitut für Schule (LIS) statt. Mit dem erfolgreichen Abschluss erwerben Sie die Befähigung für das Lehramt.
Bremer Spezialität: Die Duale Promotion
Eine absolute und bundesweit herausragende Besonderheit in Bremen ist das Programm der Dualen Promotion. Hierbei wird das 18-monatige Referendariat mit einer fachdidaktischen Promotion an der Universität Bremen eng verzahnt. Das gesamte Programm ist auf rund vier Jahre angelegt. Es bietet wissenschaftlich ambitionierten Lehramtsanwärtern die einzigartige Chance, Praxiserfahrung an der Schule direkt mit aktueller Bildungsforschung zu verknüpfen.
2. Quereinstieg & Seiteneinstieg ins Lehramt
Um dem Lehrkräftemangel entgegenzuwirken, bietet Bremen hervorragende Möglichkeiten für den Quer- und Seiteneinstieg. Programme wie „Back to school“ oder die offiziellen Seiteneinstiegswege (A und B) richten sich an Akademiker mit einem passenden Hochschulabschluss (meist Master/Diplom in relevanten Mangelfächern).
Wird Ihre fachliche Eignung vom Landesinstitut für Schule (LIS) anerkannt, können Sie direkt in den 18-monatigen Vorbereitungsdienst einsteigen. Auch hier durchlaufen Sie die schulpraktische Ausbildung und erwerben einen dem Zweiten Staatsexamen gleichgestellten Abschluss.
3. Besoldung und Familienzuschlag 2026
Als Referendar (bzw. im Seiteneinstieg) erhalten Sie Anwärterbezüge nach der bremischen Besoldungsordnung. Bremen hat die Lehrämter in den letzten Jahren schrittweise angepasst. Die folgenden Richtwerte entsprechen dem Stand 2026:
| Lehramt / Besoldungsgruppe | Grundbetrag (Brutto) |
|---|---|
| Grundschule / Primarstufe (A12) | ca. 1.642,50 € |
| Sekundarstufe I / Gymnasien (A13) | ca. 1.685,20 € |
| Sonderpädagogik / Berufliche Schulen (A13) | ca. 1.708,90 € |
Familienzuschlag und Sonderzahlungen
In Bremen stehen Ihnen zusätzlich Familienzuschläge zu. Für das Jahr 2026 gelten grob folgende Werte:
- Familienzuschlag Stufe 1 (verheiratet): ca. 165,00 €
- Familienzuschlag Stufe 2 (verheiratet + 1 Kind): ca. 315,00 €
Darüber hinaus zahlt Bremen im November üblicherweise eine jährliche Sonderzahlung („Weihnachtsgeld“). Von diesen Bezügen wird als Beamter auf Widerruf lediglich Lohnsteuer, aber keine Sozialversicherung abgezogen.
4. Beihilfe: Pauschal vs. Individuell (GKV/PKV)
Als Beamtenanwärter beteiligt sich der Dienstherr an Ihren Krankheitskosten. In Bremen stehen Ihnen dabei zwei Wege offen:
Die Beihilfesätze in Bremen
Wählen Sie den Weg der traditionellen, individuellen Beihilfe, erstattet Ihnen die Freie Hansestadt Bremen einen prozentualen Anteil Ihrer Arztrechnungen. Dieser Satz liegt für Sie als Anwärter grundsätzlich bei 50 %. Haben Sie jedoch zwei oder mehr berücksichtigungsfähige Kinder, steigt Ihr persönlicher Beihilfesatz auf 70 %.
- Gesetzliche Krankenversicherung (GKV): Sie beantragen die pauschale Beihilfe. Der Dienstherr übernimmt dann grob die Hälfte Ihres einkommensabhängigen GKV-Beitrags. Achtung: Diese Entscheidung ist unwiderruflich! Ein späterer Wechsel in die individuelle Beihilfe ist ausgeschlossen.
- Private Krankenversicherung (PKV): Sie nutzen die individuelle Beihilfe (50 % bis 70 %) und versichern die Restkosten privat. Spezielle Anwärtertarife der PKV sind für Referendare oft deutlich günstiger und bieten leistungsstärkere Premium-Absicherungen.
Da diese Entscheidung Ihre gesamte berufliche Laufbahn prägt, empfehlen wir dringend, vorab unsere unabhängige Checkliste zur Krankenversicherung durchzuarbeiten.
5. Der Amtsarzt-Check in Bremen
Vor der Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf – auch beim Quereinstieg – steht der Besuch beim Amtsarzt an. Hier wird Ihre gesundheitliche Eignung geprüft. Kümmern Sie sich am besten rechtzeitig um eventuelle Arztberichte, falls Sie Vorerkrankungen haben.
6. Wichtige Absicherungen (DU & Haftpflicht)
Als Beamter auf Widerruf haben Sie in den ersten Dienstjahren noch keinen umfassenden gesetzlichen Schutz bei Dienstunfähigkeit. Fällt man gesundheitsbedingt aus, droht die Entlassung ohne Pension. Daher ist eine maßgeschneiderte Dienstunfähigkeitsversicherung (DU) für angehende Lehrer existenzsichernd.
Ebenfalls zwingend erforderlich ist eine Amtshaftpflichtversicherung (Diensthaftpflicht), falls Sie im Schulalltag (z. B. auf dem Pausenhof oder im Labor) versehentlich einen Personen- oder Sachschaden verursachen.
7. Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich mich nach dem Referendariat in Bremen noch für die pauschale Beihilfe entscheiden?
Die pauschale Beihilfe muss in der Regel innerhalb einer bestimmten Frist (meist 5 Monate nach Ernennung) beantragt werden. Einmal gewählt, ist der Verzicht auf die individuelle Beihilfe unwiderruflich.
Bekommen Quereinsteiger ebenfalls Anwärterbezüge?
Ja, sofern Quereinsteiger oder Seiteneinsteiger in den offiziellen Vorbereitungsdienst als Beamte auf Widerruf übernommen werden, haben sie in der Regel Anspruch auf die Anwärterbezüge sowie die Beihilfe.
Was passiert mit meiner PKV, wenn ich ab dem 2. Kind 70 % Beihilfe erhalte?
In diesem Fall passen Sie Ihren PKV-Tarif einfach an. Da die Versicherung nur noch 30 % (statt 50 %) der Restkosten abdecken muss, sinkt Ihr monatlicher Beitrag für die private Krankenversicherung deutlich.

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