Der Beihilfeantrag - Erstantrag

Das müssen Sie beim Stellen des Beihilfeantrags beachten

Beamte und Beamtenanwärter erhalten von ihrem Dienstherrn beihilfefähige Aufwendungen ersetzt. Dafür müssen sie einen förmlichen Antrag stellen und darauf achten, das richtige Formular zu verwenden. Außerdem gelten bei einem Beihilfeantrag Fristen, die zwingend einzuhalten sind. Hier erfahren Sie, was es bei der Antragstellung für Beihilfe alles zu beachten gilt.

Was ist ein Beihilfeantrag überhaupt?

Beamte und Beamtenanwärter erhalten keine Zuschüsse zu ihrer Krankenversicherung. Stattdessen beteiligt sich der Staat mit der sogenannten Beihilfe anteilig an ihren Gesundheitskosten. Das bedeutet, der Dienstherr trägt einen Teil der Kosten, die bei einer medizinischen Behandlung oder Vorsorge entstehen. Ein Beihilfeantrag ist demzufolge ein Antrag auf die Zahlung von Beihilfe.

Was ist der Erstantrag zur Beihilfe?

Wenn Sie zum ersten Mal einen Antrag auf Beihilfe stellen, sind Sie dazu verpflichtet, verschiedene Informationen mitzuteilen. Da bisher keine Daten von Ihnen existieren, ist bei der Beihilfestelle zunächst der Anspruch auf Beihilfe nachzuweisen. Der Erstantrag zur Beihilfe ist besonders wichtig, da er ausführliche Informationen über die Beihilfeempfänger enthält.

Was beinhaltet ein Erstantrag Beihilfeantrag?

Persönliche Angaben
Bei der erstmaligen Beantragung einer Beihilfe benötigen die Beihilfestellen etwas umfassendere Angaben von Ihnen, wie beispielsweise:
• Umfang der Beschäftigung
• Beurlaubungen in den letzten 12 Monaten
• Kontodaten usw.

Auch zu eventuell berücksichtigungsfähigen Angehörigen, wie Ehepartner/in und Kinder müssen genaue Angaben gemacht werden. Einige der Angaben sind durch Vorlage geeigneter Nachweise zu belegen.

Nachweise zu den Versicherungsverhältnissen
Der Krankenversicherungsstatus ist generell bei Erstantrag und jeder Änderung des Versicherungsumfangs nachzuweisen. Außerdem mögliche Zuschüsse zu den Beiträgen. Wenn für versicherte Personen in der GKV Beihilfe beantragt wird, so ist bei jedem Antrag und für jeden Beleg ein Erstattungsnachweis von der jeweils betroffenen gesetzlichen Kasse beizufügen.

Welche weiteren Belege sind dem Erstantrag beizufügen?

Der Erstantrag zur Beihilfe besteht nicht nur aus einem Formular, das persönliche und versicherungsspezifische Daten abfragt. Zusätzlich müssen die Antragsteller Nachweise zu den beihilfefähigen Aufwendungen einreichen. Das bedeutet, Belege wie Rechnungen sind dem Formular beizulegen. Im Regelfall sollten die Beihilfeberechtigten Kopien hinzufügen. Die Originalbelege sind allerdings aufzubewahren, da die Beihilfestelle diese bei einem Betrugsverdacht
anfordert.

  • Hinweis: Wenn Sie Aufwendungen für Medikamente einreichen, genügt es nicht, die Rechnung der Apotheke hinzuzufügen. Zusätzlich muss eine Kopie des ärztlichen Rezepts dem Beihilfeantrag beiliegen,

Ergänzungsblätter und zusätzliche Angaben zum Erstantrag

  • Beim Erstantrag auf Beihilfeerstattung muss das jeweils gültige Ergänzungsblatt vollständig ausgefüllt
    sein und dem Erstattungsantrag beigefügt werden. Sollten sich Änderungen in den persönlichen Verhältnissen im Lauf der Zeit ergeben haben, ist es ausreichend auf dem Ergänzungsblatt zum Beihilfeantrag nur die Stellen auszufüllen in denen sich Änderungen ergeben haben.
  • Handelt es sich bei den zu erstattenden Kosten im Sinne der Beihilfe um Kosten, die durch einen Unfall
    entstanden sind, so sind die jeweiligen Belege mit einem „U“ (Unfall) zu kennzeichnen und ein Unfallbericht ist dem Beihilfeantrag beizufügen.
  • Handelt es sich bei den zu erstattenden Kosten im Sinne der Beihilfe um Kosten, die sich aus einer dauerhaften Pflege ergeben, so sind die jeweiligen Belege mit einem „P“ (Pflege) zu kennzeichnen und die Anlage „P“ ist dem Erstattungsantrag beizulegen.

Wo finde ich den Erstantrag zur Beihilfe?

Der Erstantrag für Beihilfe sowie alle weiteren Anträge sind bei der zuständigen Beihilfestelle zu finden. Welche Stelle für Sie zuständig ist, hängt von Ihrem Dienstherrn ab. Die Beihilfeanträge werden online bei den jeweils zuständigen Stellen bereitgestellt. Abhängig von der Zuständigkeit, können die Anträge elektronisch übermittelt oder müssen auf dem Postweg eingereicht werden. Sofern eine Onlineübermittlung möglich ist, sind die Belege als PDF beizufügen. Einige Beihilfestellen bieten zudem ein Kundenportal, über das Sie den Status Ihres Beihilfeantrags abrufen, sowie Bescheinigungen etc. beantragen können.

Beihilfestelle – Online Anträge

Baden-Württemberg Link / Kundenportal
Bayern Link / Kundenportal
Berlin Link
Brandenburg Link
Bremen (Performa Nord) Link
Hamburg Link
Hessen (Regierungspräsidium Kassel) Link
Mecklenburg-Vorpommern Link
Nordrhein-Westfalen Link / Beihilfe App
Niedersachsen Link
Rheinland-Pfalz Link
Saarland Link
Sachsen Link
Sachsen-Anhalt Link
Schleswig-Holstein Link
Thüringen Link

Bundesbeamte und Beihilfeempfänger der Bundeswehr finden die Anträge beim Bundesverwaltungsamt.

Was ist beim Ausfüllen und Einreichen des Erstantrags zur Beihilfe zu beachten?

1.Alle Fragen sind vollständig und wahrheitsgemäß auszufüllen

2.Belege sind als Kopie einzureichen

3.Auf jedem Blatt Papier darf nur eine Belegkopie gedruckt sein

4.Jedes Blatt Papier ist nur einseitig bedruckt

5.Belege und Anträge dürfen nicht zusammengeheftet / geklebt sein (Einzelblätter)

6.Auf jedem Schreiben ist die Beihilfenummer anzugeben

7.Der Antrag ist vom Beihilfeberechtigten unterschrieben (gilt auch bei Anträgen für Angehörige), mit Ausnahme bei einer bestehenden Vollmacht

Gibt es Fristen für die Beantragung von Beihilfe?

Beihilfeanträge müssen im Regelfall ein Jahr nach Rechnungsstellung eingereicht werden. Versäumen Sie diese Frist, kann Ihr Anspruch auf eine Leistung verloren gehen. In einigen Bundesländern gilt allerdings eine Frist von zwei Jahren.

Welche Regelungen gelten für nachfolgende Anträge?

Für nachfolgende Beihilfeanträge stellen die Beihilfestellen einen sogenannten Kurzantrag zur Verfügung. Dieser enthält nur einige wenige Informationen, um die Ansprüche entsprechend zuordnen zu können. Wie auch beim Erstantrag gelten dieselben Regelungen, dass Belege als Einzelblatt und nicht zusammengeheftet sein dürfen.

Sollten sich allerdings Änderungen ergeben haben, die sich auf die Ansprüche auswirken, müssen Sie vorsichtig sein. In diesem Fall sind Sie dazu verpflichtet, die Änderungen entsprechend mitzuteilen, um eine korrekte Bearbeitung der Beihilfeansprüche zu gewährleisten. Tun Sie das nicht, kann die Beihilfestelle ihre Leistung vorübergehend einstellen.

Hier gelangen Sie zu unserem Ratgeber zum Beihilfeantrag